Schmuck für die Wand: Tapeten

Schmuck für die Wand: Tapeten
Die ganze Kraft der Farben: „Colore“, designt von Piero Gemelli, italienischer Architekt und Fotograf. Foto: WallPepper

Farben, Formen, Strukturen: Tapeten bringen Lebendigkeit in den Wohnraum. Die Vielfalt an Mustern, Bildern und Glanzeffekten ist schier unerschöpflich. Lassen Sie Ihre Wand Geschichten erzählen.

Die Vliestapete „Collage“ von P+S International erinnert an kleinteilige Mosaikfliesen. Das Bad erhält so ganz schnell edles, antikes Flair. Foto: P+S International

Mit einer Tapete beziehen Sie Stellung. Anders als in den Siebzigern ist heutzutage die weiß gestrichene, pure Wand Standard – alles andere wird da zum Statement. Und Tapete kann wirklich mehr, als nur Farbe ins Wohnzimmer bringen. Mit spannenden Strukturen und fühlbaren Oberflächen macht sie die Wände zu einem haptischen Erlebnis. Gerade in den letzten Jahren sind durch Vliestapeten vielfältige Möglichkeiten entstanden, dem Wohnraum ein neues Relief zu verleihen.

Wer zur Tapete greift, zeigt mittlerweile auch mehr Mut: Da muss es dann kein dezentes, fast unsichtbares Muster in Creme mehr sein, sondern darf auch ruhig mal ein kräftiger Farbklecks oder ein aussagekräftiges Bild an der Wand werden – Fototapeten machen es möglich. Wichtig bei auffälligen Tapetenmustern und -farben: Diese wirken besonders gut in großen Räumen. Oder aber man setzt sie ganz bewusst als Eyecatcher nur in einem bestimmten Bereich wie einer Nische oder an einem Wandvorsprung ein. Ansonsten ist erlaubt, was gefällt: viel Flora und Fauna, orientalische Blütenmuster, aber auch strikte, geometrische Formen. Und: Tapeten dürfen sogar wieder ganze Geschichten erzählen, wie das vor einigen Jahrhunderten in Burgen und Schlössern mit Wandteppichen schon einmal der Fall war.

Raufaser oder Vlies?

Bei klassischen Tapezierarbeiten kommt einem sofort die gute alte Raufasertapete in den Sinn. Um sie an die Wand zu bringen, ist schon etwas Heimwerkerschweiß vonnöten. Die einzelnen Bahnen müssen vorab auf einem Tapeziertisch mit Kleister eingeweicht werden, bevor man sie an die Wand bringt. Raufasertapeten können natürlich in der gewünschten Farbe gestrichen werden. Problematisch war schon immer und ist der Tapetenwechsel: Raufasertapeten müssen ziemlich mühsam von der Wand gekratzt werden.

Diese Vliestapete in einem kräftigen Beerenfarbton vertreibt sofort jeglichen Winterblues. Besonders schön ist auch die Haptik mit der dezenten Reliefstruktur. Foto: Erfurt

Vor allem darum werden heute Vliestapeten in den Baumärkten hochgelobt und viel verkauft. Ihr Vorteil im Handling: Der Tapetenkleister kann direkt auf die Wand aufgetragen werden. Anschließend drückt man die Vliestapetenbahn direkt ins Kleisterbett an der Wand und streicht sie mit der Tapezierbürste glatt. Vliestapeten sind zudem maßstabil, sprich sie dehnen sich nicht aus bzw. schrumpfen nicht. Außerdem können sie mehrmals überstrichen werden und lassen sich später trocken einfach und unproblematisch wieder abziehen. Es gibt sie in vielen verschiedenen Oberflächenvarianten, mit unterschiedlichen Körnungen und Strukturen. Diese variablen Oberflächen erhält man bei Vliestapeten jedoch in der Regel durch das Aufschäumen mit PVC. Untersuchungen von Ökotest in den letzten Jahren ergaben immer wieder eine hohe Weichmacher- und Phthalat-Belastung vieler strukturierter Vliestapeten. Ausgasende flüchtige organische Verbindungen (VOCs) können hier ein Problem darstellen. Es bleibt also abzuwägen, für welches Tapetenmaterial man sich entscheidet.


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