Schwungvoll arbeiten im Homeoffice

Schwungvoll arbeiten im Homeoffice
Das Modell „oyo Living“ von aeris bringt durch seine organische Form mehr Dynamik ins Homeoffice. Foto: Foto: aeris/Thomas Koller

Auch wer nur ab und an mit der Vorstellung liebäugelt, im Homeoffice zu arbeiten, sollte bereits bei der Planung seines Hauses ein Arbeitszimmer mit berücksichtigen. Denn neben der Einrichtung sind vor allem die richtigen technischen Voraussetzungen wichtig.

Mit Magnet- oder Tafelfarben wird die Wand zum persönlichen Memoboard, an dem sich Notizen ganz einfach mit Magneten anbringen lassen. Foto: Dulux

Erwägt man, sich einen Raum für die Arbeit zu schaffen, ist es ratsam, bereits bei der Planung einige Aspekte in baulicher wie technischer Hinsicht zu berücksichtigen. Die Sitzgelegenheit im Wohnzimmer vor der Playstation oder die Platzierung des Laptops am Wohnzimmertisch, bevor der Partner den Tatort anschaltet, tragen nicht zum konzentrierten, längeren Arbeiten bei. Und zählen auch steuerlich nicht als Arbeitszimmer. Natürlich kann man das machen. Aber wenn man nicht nur mal ab und zu seine Mails abrufen, sondern mehrere Stunden arbeiten will, braucht man einen festen Platz. Und das ist im Idealfall ein separater Raum.

Arbeitszimmer planen

Leonardo Living und Möbel Rudolf entwickelten das Bürokonzept „System 1“ für offene Homeoffice-Lösungen in einer Kombination aus Glas, Holz und Lack. Foto: Leonardo

Um längere Zeit produktiv arbeiten zu können, sollte der Arbeitsraum genügend Tageslicht hereinlassen, und zwar so, dass das natürliche Licht von der Seite auf den Arbeitsplatz fällt. Direkte Sonneneinstrahlung auf den Monitor macht das Arbeiten unmöglich. Hier sollte bereits bei der Planung der Stand der Sonne im Laufe des Tages einberechnet werden, um frühzeitig etwaige Lösungen für Sonnen- und Blendschutz zu finden. Als ideal gilt ein Fenster, das nach Norden ausgerichtet ist, da über den Tag verteilt das Licht relativ konstant bleibt. Bei trübem Wetter oder am Abend kommt man um eine vernünftige Beleuchtung nicht herum. Lampen sollten nicht blenden oder störende Reflexionen verursachen. Hilfreich ist Abwechslung im Lichtkonzept durch eine Allgemeinbeleuchtung plus Stehlampen oder Schreibtischlampen, die eine punktuelle Beleuchtung ermöglichen. Ein Wechsel zwischen Farbtemperaturen und Helligkeit ist ratsam, um für jede Tätigkeit die richtige Beleuchtung zu haben.

„Mallet LED“ aus der EyeCare-Reihe ist dimmbar. Foto: Philips Lighting/Signify

Mit einem Architekten, anhand von Grundrissen oder auch in einem Simulationsprogramm lässt sich die Lage des Zimmers, die Platzierung von Fenstern, Regalen und Schreibtisch im Vorfeld durchspielen; ebenso die Verortung von Decken- bzw. Wandauslässen, Steckdosen sowie Anschlüssen für Telefon und Internet. Eine großzügige, vorausschauende Planung schadet dabei nicht, denn nachträglich einen Anschluss zu legen, ist mit viel Mehraufwand verbunden.

Aktuelle Technik

gute Luft im Homeoffice

Der „Gira-KNX-CO²-Sensor“ mit integriertem Luftfeuchte- und Raumtemperatur-Regler verbessert das Raumklima und schützt so auch die Gebäudesubstanz. Foto: Gira

Da Computer und Leuchten Wärme produzieren, Staub anziehen und Drucker Emissionen abgeben, ist eine gute Belüftung wichtig, um wieder frisch und konzentriert ans Werk gehen zu können. Gerade beim Hausbau kann man den Einbau einer Anlage zur Wohnraumlüftung in Erwägung ziehen, die nicht nur verbrauchte Luft nach außen abführt, sondern auch frische Luft aktiv zuführt. Alternativ sorgt auch smarte Technik für Arbeitspausen und Frischluft. Dabei messen Sensoren die CO2-Konzentration in der Luft und zeigen per Licht oder Geräusch an, dass mal wieder gelüftet werden sollte.

Smarter Naturholzschreibtisch mit Lederbezug, USB-Anschluss und optionaler LED-Beleuchtung: Sekretär „Sol“ vereint natürliche Materialien, feine Handwerkskunst und moderne Technik. Foto: Team 7

Um effektiv und vor allem ohne Ärger arbeiten zu können, sollte besonderes Augenmerk auf der Technik liegen. Bei der Internetverbindung spielt neben der Geschwindigkeit der Datenübertragung auch die Stabilität eine Rolle. Zum Thema Sicherheit: Selbstverständlich sollte das WLAN verschlüsselt sein. Für unterwegs bietet ein Virtual Private Network (VPN) Sicherheit beim Austausch von Daten. Headset, Cloud-Lösungen und Lösungen für Projektmanagement, Videokonferenzen oder Zwei-Faktor-Authentisierung – hier ist die Rücksprache mit der IT-Abteilung in puncto Datenschutz und Datensicherung wichtig.

Ein Homeoffice kann jedoch auch nachträglich eingerichtet werden. Vielleicht, weil ein Kinderzimmer frei geworden ist oder weil der Raum, der vormals einem Hobby gewidmet war, nun anders genutzt werden soll. Neben der neuen Funktionszuteilung eines Raumes lässt sich auch die Raumaufteilung verändern. Für die Frage, ob Wände entfernt oder neu eingezogen werden müssen, empfiehlt es sich, einen Architekten zurate zu ziehen.

Recht auf Homeoffice?

Fläche für Notizen: Mit „2K-Aqua Whiteboard 2384“ lassen sich Wände in funktionale Whiteboards verwandeln. Foto: Brillux

Seit Juli 2015 ist das Recht auf ein Homeoffice in den Niederlanden gesetzlich verankert. Im ohnehin teilzeitfreundlichen Nachbarland fällt es Arbeitnehmern so noch leichter, Kinder und Beruf oder Termine mit Handwerkern mit der Arbeit zu vereinbaren. Hierzulande sind wir von einer gesetzlichen Grundlage weit entfernt, auch wenn der Deutsche Gewerkschaftsbund eine solche Forderung zum 1. Mai 2018 zumindest in den Raum gestellt hat. Zwar würden deutsche Arbeitnehmer gerne öfter im Homeoffice arbeiten, aber bei dem Wunsch bleibt es meistens auch. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem Jahr 2016 habe sich das Homeoffice in Deutschland im europäischen Vergleich noch nicht wirklich durchgesetzt, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Allerdings wird von Arbeitnehmern zunehmend mehr Flexibilität verlangt. Nicht zuletzt im Hinblick auf die gewünschte technische Entwicklung für den Standort Deutschland ist hier das letzte Wort sicher noch nicht gesprochen.

Ein Wort zum Thema Steuern: Die Vorgaben, um ein häusliches Arbeitszimmer absetzen zu können, sind streng. Anlaufstellen zur Information bieten neben dem Steuerberater Ihres Vertrauens auch Institutionen wie die Stiftung Warentest respektive Finanztest oder der Bund der Steuerzahler.

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