Sicher und ruhig wohnen mit Brand- und Schallschutz

Sicher und ruhig wohnen mit Brand- und Schallschutz
Kalksandstein punktet mit guten Brand- und Schallschutzeigenschaften. Foto: epr/Bundesverband Kalksandsteinindustrie

Um das Leben in den eigenen vier Wände ungestört genießen zu können, müssen auch Rahmenbedingungen wie Brand- und Schallschutz gewährleistet sein.

Natürlich möchte sich jeder in seinem Haus sicher fühlen. Dennoch wird beim privaten Wohnungsbau das Thema „Brandschutz“ nach wie vor stiefmütterlich behandelt. Wir verraten Ihnen, wie Sie die Sicherheit im Brandfall sowohl bei der Planung als auch bei der Sanierung und dem Umbau berücksichtigt.

Ländersache

Smarte Rauchmelder: Im Brandfall erhalten die Bewohner über das Jung IP-Gateway eine Nachricht auf das Smartphone. Foto: epr/jung.de

Vorschriften zum baulichen Brandschutz finden sich in den jeweiligen Länderbauordnungen. Dadurch können sich Anforderungen und Fristen von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Deutlich wurde dies rund um die Einführung der Rauchwarnmelderpflicht im privaten Wohnungsbau. Die meisten Bundesländer haben zwar inzwischen verbindliche Regelungen getroffen, jedoch mit sehr unterschiedlichen Fristen. In der Regel fordern die Landesbauordnungen den Einbau von Rauchmeldernnach DIN 14676 in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen. Empfehlenswert sind geprüfte und qualitativ hochwertige Rauchwarnmelder (Q-Lable), die durch eine fest eingebaute Zehnjahresbatterie häufiges Batteriewechseln vermeiden und weitgehend vor Falschalarmen schützen. Nach diesem Zeitraum sind Rauchwarnmelder außerdem sowieso zu erneuern, um Fehlfunktionen auszuschließen.

Brandschutz im Einfamilienhaus

Je nach Höhe, Nutzung und Lage eines Gebäudes werden fünf Gebäudeklassen unterschieden. Für Eigenheimbesitzer (egal ob Einfamilien-, Doppel- oder Reihenhaus) sind in der Regel lediglich die Gebäudeklassen 1–3 relevant, die kaum Verpflichtendes zum Brandschutz regeln. Grundsätzlich werden die Baumaterialien in der DIN 4102 nach ihrem Brandverhalten in Baustoffklassen (A: nicht brennbare Stoffe; B: brennbare Stoffe) eingeteilt und nach fünf Feuerwiderstandsklassen (feuerhemmend bis hoch feuerbeständig) unterschieden. Als Baustoffe gelten unter anderem auch Plattenwerkstoffe, Folien, Pappen, Dämmstoffe und Beschichtungen.

Das neue Sockelsystem von Saint-Gobain Weber ermöglicht nun auch für die Kelleraußenwände eine mineralische, nicht brennbare Dämmung. Foto: epr/Saint-Gobain Weber

Bei frei stehenden Wohnhäusern wird der Brandschutz weitgehend über entsprechende Abstandsflächen zum Nachbarn sichergestellt. Hinsichtlich der Baumaterialien ist in der Regel nur vorgeschrieben, dass Oberflächen von Außenwänden, Außenwandbekleidungen und Dämmstoffe in Außenwänden mindestens aus als normal entflammbar eingestuften Baustoffen bestehen müssen. In diesem Zusammenhang wird heftig über die Feuergefährlichkeit von Wärmedämmverbundsystemen diskutiert. Besonders Dämmungen aus Styropor (sogenannte EPS-Dämmstoffe) werden von Fachleuten als brandgefährlich eingestuft. Jedoch sind derartige Dämmstoffe im privaten Wohnungsbau weiterhin zulässig. Erst bei mehrgeschossigen Gebäuden und der Verwendung von Dämmplatten mit Dicken über 10 cm ist zusätzlicher Brandschutz in Form von Brandriegeln aus nicht brennbarem Dämmmaterial wie etwa Mineralwolle vorgeschrieben. Wer also beim energetischen Dämmen seines Hauses in puncto Brandschutz auf Nummer sicher gehen will, sollte auch ohne gesetzlichen Zwang auf den Dämmstoff achten.

Brandschutz im Reihenhaus

Brandwände aus Ziegeln können die Ausbreitung eines Feuers begrenzen. Foto: djd/Unipor

Bei Doppel- und Reihenhäusern müssen Gebäudetrennwände aus nicht brennbaren Baustoffen erstellt sein (sogenannte Brandwände). Beim Dach dürfen keine leicht entzündlichen Baustoffe verwendet werden, bei Dachflächenfenstern muss zudem ein Mindestabstand zwischen den verschiedenen Einheiten eingehalten sowie die Ausführung einer Brandspange im Dach eingeplant werden. Das heißt, im Bereich der Dachübergänge dürfen zu beiden Seiten auf einen halben Meter nur nicht brennbare Baustoffe (beispielsweise Dachlatten aus Blech) liegen, und die Mauerkrone muss mit Mörtel oder Mineralwolle bis unter die Dachhaut geführt sein.

Ruhig Blut

Ruhe im Altbau: Die Waben-Dämmung von fermacell kann auch auf alte Holzbalkendecken aufgebracht werden. Foto: txn/fermacell

Besonders auch dem Thema „Schallschutz“ wird beim privaten Bauen immer mehr Bedeutung zugemessen, sei es um Nachbarstreitigkeiten zu vermeiden oder den eigenen Wohnkomfort zu steigern. Regelungen zum Schallschutz in Wohngebäuden (DIN 4109 bzw. VDI Richtlinie 4100) befassen sich vorrangig mit dem Schutz zwischen getrennten Einheiten (also zwischen Doppel- oder Reihenhäusern). Für frei stehende Einfamilienhäuser gibt es kaum verbindliche Schallschutzanforderungen. Wer dennoch für Ruhe in den eigenen vier Wänden sorgen möchte, sollte auf die Verwendung von möglichst schweren und massiven Baustoffen setzen. Denn Schallschutz wird in erster Linie durch Masse erreicht.

Bei der Treppe ist eine gute Trittschalldämmung notwendig, damit das Treppensteigen nicht zum Störfaktor wird. Foto: epr/Streger

Bei Doppelhäusern sollten die beiden Haushälften schalltechnisch möglichst gut voneinander entkoppelt sein. Dies gelingt durch konsequent getrennte Gebäudewände mit dazwischen liegender Luft- oder Dämmungsfuge, die keinerlei mechanischen Kontakt zueinander haben, um ein Entstehen von Schallbrücken zu vermeiden. Zur Verhinderung von Trittschallübertragung müssen Baustoffe voneinander getrennt (entkoppelt) verbaut werden. Zwischen Boden und Mauerwerk erreicht man dies heutzutage standardmäßig durch den Einbau eines schwimmenden Estrichs. Der Estrich „schwimmt“ dabei auf einer Dämmlage und darf, was das Einbringen von Randdämmstreifen verhindern, keine Wand, Stützen, Treppen oder sonstigen Bauteile berühren. Auch Treppenhäuser sind heute so gestaltet, dass die Treppenläufe elastisch oben und unten aufgelagert sind und zu den benachbarten Wänden keine Berührung haben. So können Sie die Ruhe im eigenen Zuhause genießen.

Unsere Checklisten zu Brandschutz und
unsere Checkliste zum Schallschutz.


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