Sichere Übergabe

Sichere Übergabe
Foto: VPB (Verband Privater Bauherren)

Der Bau Ihres Eigenheims ist fast vollendet. Und trotzdem steht ein letzter Kraftakt bevor: die Bauabnahme. Dieser Schritt erfordert höchste Achtsamkeit.

Die Bauabnahme ist eine zivilrechtliche Abnahme. Mit ihr erklärt der Bauherr, dass die Leistung des Unternehmers im Wesentlichen vollständig ist und als vertragsgerecht anerkannt wird. Überprüft werden die ordnungsgemäße Beschaffenheit der Vertragsleistung bzw. die Übereinstimmung mit der Baubeschreibung und die Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik. Daneben gibt es die öffentlich-rechtliche Bauabnahme durch die zuständige Behörde, oft auch Schlussabnahme genannt.

Wirkung der Abnahme

Mit der Abnahme muss die Vergütung gezahlt werden, was in der Praxis in der Regel bedeutet, dass die daran  geknüpfte letzte  Zahlungsrate fällig wird. Ein wichtiger Punkt betrifft den Versicherungsschutz: Obliegt es bis zur Abnahme dem Bauunternehmer, das Haus gegen Gefahren wie beispielsweise Diebstahl oder Brand-, Hagel-, Hochwasser und Sturmschäden zu sichern, gehen nun alle Gefahren und Risiken auf den Bauherrn über, der das Haus nun selbst versichern muss. Zugleich tritt die sogenannte Beweislastumkehr ein: Nun muss der Bauherr nachweisen,
dass ein bestehender Mangel am Haus auf eine ungenügende Leistung des Bauunternehmers zurückzuführen ist.

Besonders wichtig ist, dass die Bauherren vor der Abnahme einen Anspruch auf mangelfreie Erfüllung der Leistung durch den Unternehmer haben. Nach der Abnahme hingegen besteht nur noch ein Anspruch auf Mängelbeseitigung, also eine Nachbesserung. Die Bauherren sind dann zudem auf die Gewährleistungsrechte beschränkt und die Gewährleistungsfrist beginnt zu laufen.

Der richtige Zeitpunkt für die Abnahme

Nur wenn das Bauwerk ohne wesentliche Mängel fertig gestellt wird, ist der Bauherr zur Abnahme verpflichtet. Das gilt auch bei einer „Abnahme bei Bezugsfertigkeit“. Ziehen Sie keinesfalls vorher ein. Da die Abnahme nicht nur ausdrücklich, sondern auch durch schlüssiges Handeln erfolgen kann, wird der Einzug in das Haus von den Gerichten im Allgemeinen als solche gewertet. Sollten Sie dennoch gezwungen sein, vorzeitig in ein nicht mangelfreies Haus  einzuziehen, müssen Sie unbedingt darauf achten, Ihren Vertragspartner darüber zu informieren, dass Sie trotzdem auf einer förmlichen Abnahme bestehen. Vorsicht ist auch bei der Zahlung der Schlussrate an den Bauunternehmer
geboten, denn vor Gericht wird die vollständige Zahlung ebenfalls häufig als rechtsverbindliche Abnahme gewertet. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, Teilabnahmen für in sich abgeschlossene Gewerke durchzuführen. Davon  sollte innerhalb einer als Ganzes zu erbringenden Leistung aber unbedingt abgesehen werden, da mit dem Zeitpunkt der Abnahme auch die Gewährleistungszeit zu laufen beginnt und dies zu erheblichen Rechtsnachteilen führen kann.

 

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