Sicherheit im und um das Haus

Sicherheit im und um das Haus
Foto: djd/Telenot

Mit einer smarten Technikausstattung erhöhen Sie nicht nur den Komfort in Ihren eigenen vier Wänden, sondern auch die Sicherheit. Die Möglichkeiten sind dabei vielfältig und reichen von intelligenten Einzellösungen bis hin zur komplexen Alarmanlage, die alle relevanten Bereiche im und um das Haus abdeckt.

Verknüpft mit Bewegungsmeldern oder Tür- und Fensterkontakten warnt die Innensirene von innogy vor Eindringlingen. Foto: innogy

Laut Kriminalstatistik der Polizei ist 2017 die Zahl der misslungenen Einbrüche wie schon im Vorjahr weiter gestiegen. Mittlerweile scheitern die Täter in rund 45 Prozent der Fälle. Grund dafür ist nicht zuletzt die moderne Sicherheitstechnik. Als Zusatz zur mechanischen Sicherung gibt es auf dem Markt auch zahlreiche smarte Produkte, die ungebetene Gäste in die Flucht schlagen sollen. Dabei stehen drei Punkte im Vordergrund: Überwachung bzw. frühzeitige Gefahrenerkennung, Anwesenheitssimulation und wirksame Abschreckung.

Eine Frage der Sicherheit: Ist jemand da?

Rundum geschützt: Der „Home Keeper“ aus dem Hause Somfy ist ein komplexes Alarmsystem, das sich speziell für größere Häuser mit Garten eignet. Foto: Somfy

Was viele Hausbesitzer unterschätzen: Die meisten Einbrüche finden tagsüber statt, wenn die Bewohner in der Schule oder bei der Arbeit sind. Besonders hoch ist die Einbruchgefahr dabei im Herbst und im Winter, wenn die Tage kürzer werden und sich die Langfinger in den Schutz der Dunkelheit hüllen können. Damit sich ungebetene Gäste gar nicht erst am Haus zu schaffen machen, gilt es, Anwesenheit vorzutäuschen.

Das funktioniert bereits mit sehr einfachen und kostengünstigen Mitteln, etwa mit TV-Simulatoren, die schon ab 15 Euro zu haben sind. Sie erzeugen ein flackerndes Licht, das dem Fernsehbild sehr ähnlich ist. Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung von WLAN-Steckdosen, mit denen sich jedes angeschlossene Gerät aus der Ferne steuern lässt. Auch die Programmierung bestimmter Zeiten ist möglich. So gehen etwa morgens und abends die Lichter automatisch an, am Nachmittag läuft das Radio für einige Stunden, und nachts wird die Badbeleuchtung kurz eingeschaltet. Für Gelegenheitsdiebe entsteht so der Eindruck, als wäre tatsächlich jemand zu Hause. Beobachter werden hingegen schnell durchschauen, dass die Technik zu festgelegten Zeiten anspringt. Empfehlenswert sind deshalb Funksteckdosen mit Zufallsschaltung.

Im Rampenlicht

Das funkbasierte Smarthome-System von Schellenberg lässt sich ganz bequem per Smartphone bedienen. So wissen Sie immer, was im Haus vor sich geht. Foto: Schellenberg

Eine sinnvolle Investition sind Bewegungsmelder, die die Beleuchtung einschalten, wenn sie eine Bewegung registrieren. Die Einschaltdauer lässt sich dabei individuell einstellen. Achten Sie bei der Installation darauf, dass die Bewegungsmelder möglichst alle dunklen Ecken am Haus und auf dem Grundstück erfassen. Das schließt auch Zugangswege und Treppen mit ein. Als sehr flexibel erweisen sich dabei Solarleuchten. Damit das Licht nicht immer angeht, wenn Nachbars Katze durch den Garten schleicht, gibt es auch Modelle mit Tierimmunfunktion. Sie reagieren erst auf Lebewesen mit einer bestimmten Masse. Natürlich können Bewegungsmelder auch mit anderen Funktionen gekoppelt werden – etwa mit einer Sirene, die Alarm auslöst, wenn sich jemand nähert, oder aber mit elektrischen Rollläden, die sich dann automatisch schließen. Gerade Letzteres sorgt nicht nur für einen Schreckmoment, sondern erschwert das Eindringen zusätzlich.

Kein Zutritt

Die elektronische Schließlösung „ENTR“ von Assa Abloy ermöglicht den Zutritt per App, Finger-Scan, Pincode oder Fernbedienung. Sie lässt sich einfach und schnell nachrüsten. Foto: Assa Abloy

Ein Plus an Sicherheit bieten auch elektronische Türschlösser, die ganz ohne Schlüssel funktionieren. Sie gewähren per Transponder, Chipkarte, Smartphone, Pincode oder Fingerabdruck Zutritt zum Haus und ermöglichen auch von unterwegs aus eine bequeme Zugangskontrolle. Einige Produkte können so programmiert werden, dass Personen zu bestimmten Zeiträumen das Haus betreten dürfen – etwa die Nachbarn, die sich während des Urlaubs um die Blumen kümmern. Manche Schlösser verfügen zudem über eine Alarmfunktion, die ausgelöst wird, wenn sich jemand gewaltsam daran zu schaffen macht. Es ist auch möglich, sich in so einem Fall eine Push- Nachricht auf das Smartphone schicken zu lassen. Die Montage ist einfach: Meist muss nur der alte Zylinder ausgetauscht werden. Möchten Sie das Schloss in Ihr Smarthome-System integrieren, sollten Sie zudem auf die Kompatibilität achten.

Für die „Video Doorbell“ und „Video Doorbell 2“ gibt es jetzt auch Solarmodule, die die WLAN-Klingeln mit Energie versorgen. Foto: Ring

Eine gute Ergänzung zum elektronischen Türschloss ist eine Funkklingel, die sich einfach nachrüsten lässt. Es gibt sowohl batteriebetriebene Versionen als auch solche, die an den Klingeldraht angeschlossen werden können. Die Funktionsweise ist bei allen gleich: Steht jemand vor der Tür, erhalten die Nutzer eine Push- Nachricht auf ihr Smartphone und können gegebenenfalls die Tür aus der Ferne öffnen – etwa um die Kinder oder Handwerker hereinzulassen. Besonders praktisch sind Modelle mit integrierter Kamera und Gegensprechfunktion. Auf Wunsch nehmen die Klingeln auch Bilder auf, wenn sich etwas vor der Linse bewegt. Bevor Sie sich für ein bestimmtes Modell entscheiden, sollten Sie auch eventuelle Abokosten unter die Lupe nehmen.

Videosprechanlagen

Mit der Türstation „Compact“ von Siedle, die sich vor allem an Einsteiger richtet, haben Sie stets im Blick, wer vor der Tür steht. Foto: Siedle

Etwas aufwendiger ist der Einbau von smarten Tür- bzw. Videosprechanlagen. Die Montage ist dabei abhängig von der Signalübertragung. Kabelgebundene Systeme werden auf- oder unterputz verlegt. Sie bieten eine gute Übertragungsqualität und sind sehr zuverlässig. Dabei gilt: Je mehr Drähte ihnen zur Verfügung gestellt werden, desto mehr Funktionen können sie erfüllen. Bei Neubauten empfiehlt es sich, eine vieradrige Leitung zu verlegen. Funkanlagen werden meist in Bestandsbauten eingesetzt. Dabei muss lediglich der Sender an die Stromversorgung angeschlossen werden. Sie gelten allerdings als störanfälliger.

Alles im Blick

Hört aufs Wort: Die „360° Innenkamera“ von Bosch lässt sich auch über den Sprachdienst Alexa steuern. Foto: Bosch Smart Home

Dunkle Ecken jenseits der Eingangstür kann man mit IP-Kameras im Blick behalten. Es gibt sowohl Modelle für den Innen- als auch für den Außenbereich. Per Smartphone lässt sich jederzeit überprüfen, was im und um das Haus herum geschieht – dank Nachtsichtfunktion auch im Dunkeln. Als sehr komfortabel erweisen sich Überwachungskameras mit eingebauten Bewegungssensoren, die eine Nachricht versenden, sobald sie etwas Ungewöhnliches registrieren. Es ist sogar möglich, Kontakt mit den Personen vor der Kamera aufzunehmen. Das Smartphone dient dann als Sprechanlage. Die Daten können auf zwei Wegen aufgezeichnet werden: Zum einen gibt es Kameras mit eingebauter Speicherkarte, zum anderen nutzen viele Modelle eine Cloud. Der Vorteil: Bei Beschädigung gehen die Daten nicht verloren. Viele Überwachungskameras können mit weiteren Sicherheitskomponenten zusammenar- beiten – etwa mit der Beleuchtung oder mit einer Sirene. Wird eine Person erfasst, schaltet sich sofort beides ein.

Auf frischer Tat ertappt

Die Alarmanlage „compact smart&safe KNX“ von Telenot lässt sich mit der Beleuchtung oder mit der Heizung verbinden. Foto: Telenot

Wer sein Haus rundum absichern möchte, sollte über die Investition in eine Alarmanlage, die alle Sicherheitskomponenten vereint, nachdenken, statt einzelne Geräte zusammenzustückeln. Hausbesitzer haben hier die Wahl zwischen kabelgebundenen Systemen und Funkalarmanlagen. Während Erstere sich vor allem für Neubauprojekte empfehlen, eignen sich Funksysteme besonders für die Nachrüstung von Bestandsbauten. Egal für welche Variante Sie sich entscheiden: Das Herz einer smarten Alarmanlage bildet die Sicherheitszentrale, in die oft bereits eine Sirene integriert ist. Eine zusätzliche Außensirene, gut sichtbar angebracht, hat den Vorteil, dass sie schon im Ruhezustand abschreckend auf Langfinger wirkt.

Viele Hersteller bieten inzwischen Starterpakete mit zentraler Steuerbox und verschiedenen Zusatzmodulen, die sich jederzeit erweitern lassen. Zur Grundausstattung zählen dabei meist Bewegungsmelder sowie Tür- und Fensterkontakte. Letztere warnen die Hausbesitzer nicht nur, wenn sich jemand an den Scheiben zu schaffen macht, sondern erkennen auch, wenn die Fenster gekippt sind. Sind sie mit den Heizkörperthermostaten vernetzt, sorgen sie dann für eine Drosselung der Heizleistung. Es ist natürlich auch möglich, sich seine Wunschkomponenten individuell zusammenzustellen.

Rauchmelder

Der intelligente Rauchmelder von Netatmo benachrichtigt die Nutzer im Brandfall per Push-Nachricht. Foto: Netatmo

Moderne Alarmanlagen warnen die Bewohner nicht nur bei Einbruchsversuchen, sondern auch bei Bränden und Wasserschäden. Vorausgesetzt, es werden auch smarte Rauch- und Wassermelder in das System eingebunden.

Rauchmelder sind mittlerweile in allen Bundesländern Pflicht. Eine Istallation ist in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die als Fluchtwege dienen, vorgeschrieben. Vor allem bei großen oder mehrstöckigen Gebäuden lohnt sich der Einsatz von vernetzten Rauchmeldern. Denn so werden die Bewohner auch im Obergeschoss gewarnt, wenn ein Feuer im Keller ausgebrochen ist – per Sirenenalarm und per Nachricht auf dem Smartphone. Bei einigen Modellen geht eine Mitteilung auch an die Feuerwehr direkt raus. Noch mehr Funktionen bietet die Einbindung in ein Smarthome-System. So können im Brandfall die Lichter eingeschaltet, die Rollläden hochgefahren und die Türen geöffnet werden. Manche Modelle erkennen nicht nur Rauch, sondern auch Kohlenmonoxid (CO) – ein giftiges Gas, das man weder sieht noch riecht. Es entsteht beispielsweise dann, wenn in der Gastherme oder im Kamin Kohlenstoffe nicht richtig verbrennen. Alternativ kann man natürlich auch zu separaten CO-Meldern greifen.

Wasserschäden erkennen

Kommen die Fühler der Funk-Wassermelder von Somfy mit Wasser in Kontakt, setzen sie eine Meldung an die Steuerzentrale ab und alarmieren so die Bewohner. Foto: Somfy

Große Schäden im Haus kann auch Wasser verursachen – etwa bei einem Wasserrohrbruch, einer defekten Waschmaschine oder bei einem vollgelaufenem Keller infolge eines Unwetters. Mit einem Wassermelder – platziert am Boden, hinter der Waschmaschine oder unter dem Waschbecken – können die Bewohner rechtzeitig reagieren. Registriert der Melder einen Wasseraustritt, schlägt er sofort Alarm. In Kombination mit einer motorbetriebenen Absperrvorrichtung in den Zufuhrrohren lässt sich der Wasserfluss per Smartphone oder Tablet auch aus der Ferne schnell stoppen.

Es gibt viele Wege, sein Hab und Gut zu schützen. Bevor Sie sich für einzelne oder mehrere Sicherheitskomponenten entscheiden, sollten Sie sich genau überlegen, welche Bereiche im und am Haus Sie abdecken möchten. So können Sie gezielt die Komponenten zusammenstellen, die Sie wirklich benötigen.


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