Smarthome nachrüsten

Smarthome nachrüsten

Häuser und Wohnungen können auf verschiedenste Weise „smart“ sein. Verwirrend sind die vielen Möglichkeiten. Hier erfahren Sie, wie Sie smart nachrüsten.

Innogy

innogy, der Ableger des Energieversorgers RWE bietet zahlreiche vernetzte Geräte, die man per App steuert oder über den Smart-Lautsprecher Amazon Echo. Foto: innogy

So können Sie Ihr Smarthome nachrüsten: Als Überblick lassen sich drei große Themenbereiche für Ihr zukünftiges Smarthome zusammenfassen: Es gibt die Vernetzung von Medien, die Hausautomation per Knopfdruck, und schließlich die „intelligente“ Selbstregulierung des Hauses oder der Wohnung.
Welche Möglichkeiten moderne Smart-Heime bieten sollten, probieren die Hersteller derzeit erst aus. Laufend kommen neue Ideen auf. Manche sind gut, manche vielleicht ein wenig verrückt. Wollen Sie etwa vom Smartphone aus über eine Kamera in das Innere Ihres Kühlschranks schauen können, um beim Einkaufen nichts zu vergessen? Vielleicht liegt Ihnen da die Steuerung der Heizung oder des offenen Fensters eher?

 

Smarthome nachrüsten: Qual der Wahl

Vieles ist möglich, und es gilt, Entscheidungen für sich zu treffen, was man möchte. Das sollte also gut überlegt vorab geschehen. Denn: Nicht jeder Hersteller kooperiert mit jedem, sodass entsprechende Produkte oft nicht miteinander kommunizieren. Andererseits ist das Produktangebot jedes Herstellers begrenzt, sodass von einem allein in der Regel nicht sämtliche Wünsche erfüllbar sind. Sie haben folgende Nachrüstmöglichkeiten:

Tado

Der Thermostat übernimmt Ihren Lebensrhythmus automatisch und merkt anhand Ihres Smartphones, ob Sie zu Hause sind oder nicht. Foto: tado°

1. Sie wollen nur einen bestimmten Bereich gezielter als bisher regeln, zum Beispiel die Heizung: Hierfür gibt es viele WLAN-Thermostate. Mit ihnen klappt die Feinregelung bequem übers Smartphone oder Tablet via Router. Die Programmierung anhand der zugehörigen App ist einfach. Via Internet lässt sich zudem alles von unterwegs aus kontrollieren und steuern.

2. Sie wollen mehrere Bereiche auf Knopfdruck unabhängig von einander steuern, etwa Heizung und Lampenfarbe: Dann können sie unterschiedliche Hersteller wählen, deren Produkte sich etwa über unterschiedliche Smartphone-Apps bedienen lassen.

Digitalstrom

Ein kleiner Baustein am Gerät schaltet dieses oder ganze Gerätegruppen ein und aus. Foto: Digitalstrom

3. Sie wollen das Haus intelligent vernetzen: Die Heizung springt an, weil es am Abend kühl wird. Daraufhin schließen sich die Dachluken. Weil Sie es beim Nachhause kommen mögen, geht die Musik an zusammen mit dem Licht in Flur und Wohnzimmer. Aus Sicherheitsgründen fahren die Jalousien nach unten. Hier gilt: Für dieses Gesamtkonzept müssen die Geräte verknüpfbar oder zentral zu steuern sein. Sie benötigen also zusammen agierende Produktfamilien, entweder eines einzelnen Herstellers oder von mehreren, die mit einander kooperieren. Daher prüfen Sie genau, welche Produkte jeweils im Angebot stehen.

Brücken schlagen

Quivicon

Die „Home Base“ Quivicon verknüpft als Bridge verschiedene Produktanbieter und schafft so eine große vernetzte Produktfamilie. Foto: quivicon

Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten und Trends, die der Heterogenität der Produkte entgegenwirken. Eine „Bridge“ hingegen ist ein Gerät oder eine Software, die es schafft, unterschiedlich kommunizierende Geräte zu verbinden. Als Ableger der Telekom ist Qivicon ein gelungenes Beispiel hierfür. Das Unternehmen versammelt Kooperationspartner um die „Home Base“-Box. Kommt bei Ihnen zu Hause oder bei Qivicon ein neuer Partner hinzu, lässt sie sich fürs zukünftige Teamwork updaten. Ab da sind auch die neuen Smart-Geräte mit Smartphone oder Tablet steuer- und programmierbar. Die eigentliche Verknüpfung dieser Geräte erfolgt dabei außerhalb des Hauses datengesichert übers Internet, auf leistungsstarken Qivicon-Rechnern.

Das Konzept, die „Intelligenz“ für die Kommunikation zwischen Geräten ins Internet zu verschieben, vereinfacht Vieles. Leistungsstarke, sehr flexibel anpassbare Software übernimmt von dort aus die Aufgabe eines „Adapters“. Zudem lassen sich ganz frei „Wenn-Dann“-Befehle programmieren: „Wenn es Draußen mehr als 25 Grad hat, dann schließen die Fenster.“

Internet der Dinge

Vitoconnect

Das WLAN-Modul Vitoconnect 100 verbindet den Heizkessel mit der entsprechenden Smartphone-App. Zudem erlaubt es die Fernwartung übers Internet. Das Modul wird über ein Kabel an die Vitotronic- Regelung angeschlossen. Foto: Viessmann

Für solche Konzepte sind Boxen wie von Qivicon nicht unbedingt nötig. Das „Internet der Dinge“ (Internet of Things, IoT) bedeutet, dass jedes Ihrer smarten Geräte über Ihren Router direkt mit dem Internet verbunden sein kann. Dies nutzt etwa „Conrad Connect“ des großen Elektronikhändlers Conrad. Es lassen sich alle Geräte kooperierender Partner über den Browser des PCs steuern und mit vielen Wenn-Dann-Szenarien verknüpfen. Kundige kennen diesen Ansatz bereits seit Längerem unter dem Begriff IFTTT (If This Then That) als kostenlose Software. Nachteil dieser eindeutig flexibelsten Angebote: Sie haben den Charakter des „Smarthome zum Selberbasteln“ und erfordern entsprechende Einarbeitung.
Während dieser eher klassischen Systeme entwickelt sich auch noch ein weiterer Trend: Bekannte Firmen wie Apple oder Amazon erobern den Markt. Es gibt viele Hersteller, die sich ihnen anschließen dürften. Bei Apple heißt das Steuerkonzept HomeKit, bei Amazon dreht sich alles um die „Sprachassistentin“ Alexa und bei Google ist es „Google Home“.

Was muss Ihr Smart-Produkt können?

Amazon Echo

Der kleine Lautsprecher Amazon Echo ist permanent mit dem Internet verbunden, hört über Mikrofone auf Fragen und beantwortet sie, oder er reicht per Funk Befehle an Smart-Geräte weiter. Foto: Amazon

Welchen Weg Sie auch wählen – geschlossene Einzellösungen oder offenes Gesamtkonzept –, beim Nachrüsten ist die Kommunikation per Funk das Übliche. In den meisten Fällen müssten Sie sonst aufwendig Kabel verlegen. Ihr Smart-Gerät verfügt daher über WLAN- oder Bluetooth-Funk. Ansonsten fallen die Fähigkeiten sehr individuell aus. Es gibt selbstlernende Thermostaten, die sich Ihrem Lebensrhythmus automatisch anpassen. Oder Heizungssysteme, die sich übers Internet vom Hersteller fernwarten lassen. Dasselbe gibt es bereits für Waschmaschinen oder Fernsehgeräte. Die einen Lampen können einfach an und ausgehen, die anderen zudem ihre Farbe der Tag- oder Nachtstimmung anpassen.

Ganz neu ist „Sprachassistenz“ im Smarthome. Amazon als Vorreiter programmierte Alexa. Die Software steckt unter anderem in dem smarten Lautsprecher Echo. Dieser reagiert auf Ansprache und beantwortet alle Fragen, indem er die Infos aus dem Internet holt. Zum anderen ist er mit weiteren Smart-Geräten im Haushalt verbunden und wandelt für sie entsprechende Sprachbefehle in Steuersignale um.
Die Auswahl ist also riesig und wächst stetig. Da lässt sich nur eines wünschen: Viel Spaß beim Aussuchen!

Hierauf Sollten Sie beim Nachrüsten achten

Hue

Die LED-Birnen Hue gibt es in Weiß oder mit verstellbarer Farblichkeit. Per App reagieren sie auf Befehle. Oder sie verbinden sich mit einem Philips-TV und übernehmen dessen „Ambilight“-Farben. Foto: Philips

1. Wählen Sie Smart-Geräte mit verbreiteten Funkprotokollen. Überdurchschnittlich bekannt sind ZigBee, EnOcean, Z-Wave.
2. Dasselbe Funkprotokoll bedeutet noch nicht, dass die Kommunikation klappt. Fragen Sie genau nach!
3. Achten Sie auf die Zahl der Kooperationspartner.
4. Wie viel Service kommt nach dem Kauf? Viele sehr günstige Produkte erhalten keine Updates.
5. Wie sicher sind die Geräte vor Zugriffen von außen? Verschlüsselt ein Gerät seine Infos nicht, dann Finger weg!
6. „Smart“ ist sehr häufig mit der Steuerung per Smartphone und Tablet verbunden. Ohne diese kommen Sie kaum aus.
7. Erfüllt das Produkt alle Ihre Wünsche? „Smart“ heißt nicht unbedingt „gut“.


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