Smarthomes für Einsteiger und Nachrüster

Smarthomes für Einsteiger und Nachrüster
Mit „Velux Active“, das der Hersteller Velux zusammen mit Netatmo entwickelt hat, lassen sich sowohl die Dachfenster als auch der Sonnenschutz automatisch steuern. Foto: Velux

Auch wenn Sie mit Computern nicht viel am Hut haben, müssen Sie nicht auf intelligente Technik verzichten: Mittlerweile gibt es zahlreiche Lösungen, die den Einstieg in das Smarthome ermöglichen und sich später problemlos erweitern lassen.

Rechtzeitig gewarnt: Die intelligenten Rauchmelder „Nest Protect“ von Google lassen sich miteinander vernetzen und sorgen so für ein Plus an Sicherheit. Foto: Nest

Für Einsteiger und Nachrüster bieten sie ein Plus an Komfort, Energieeffizienz und Sicherheit: Trotz der Vorzüge verzichten immer noch viele Bauherren auf eine intelligente Gebäudesteuerung. Dabei ist ein Smarthome längst kein teurer Luxus mehr. Der Markt bietet zahlreiche bezahlbare Systeme, die sich zudem leicht installieren lassen. Dabei müssen Sie Ihr Heim nicht komplett vernetzen: Schon mit intelligenten Einzellösungen bringen Sie mehr Komfort ins Haus und können die Energiekosten spürbar senken.

Bevor Ihr Haus smart wird, sollten Sie sich im Vorfeld überlegen, welche Funktionen Sie abdecken möchten. Viele Hersteller haben Einsteigerpakete für Einsteiger und Nachrüster zu speziellen Themen im Angebot, die unabhängig funktionieren. Soll das System später erweitert werden, ist eine vorausschauende Planung wichtig. Prüfen Sie, welche Systeme sich erweitern lassen und welche kompatibel zu Produkten anderer Hersteller sind.

Einstecken und loslegen

Einsteiger und Nachrüster Smarthome

Einen einfachen Einstieg in das Thema „Smarthome“ ermöglichen Funksteckdosen wie diese von AVM. Foto: AVM

Einen einfachen und kostengünstigen Einstieg ins Smarthome ermöglichen Funksteckdosen, die man nur in bereits vorhandene Steckdosen stecken muss. So kann die Stromzufuhr der angeschlossenen Geräte bequem kontrolliert werden– über das Internet oder über Apps auch per Smartphone. Sogar einfache Szenarien lassen sich damit programmieren. Fast jeder Hersteller von Smarthome-Geräten hat solche Steckdosen im Programm. Die einzelnen Modelle unterscheiden sich nicht nur in ihrem Funktionsumfang, sondern auch in der Art ihrer Einbindung: Einige werden einfach über das WLAN mit dem Router verbunden, andere benötigen eine eigene Steuerzentrale. So nutz die „Fritz!DECT 200“ von AVM die „Fritz!Box“ als Basisstation. Übertragen werden die Daten über DECT-Funk. Die Komponenten sind derzeit allerdings überschaubar, Sprachassistenten werden nicht unterstützt. Eine umfassendere Automatisierung erlaubt „Belkin WeMo Switch“, wenn der Webdienst IFTTT (If This Than That) eingebunden wird. Die Geräte lassen sich dann nach vorgegebenen Regeln steuern. Auch ein Wetterdienst ist integriert.

Einsteiger und Nachrüster: Für jeden Bedarf

Wer nur einzelne Bereiche automatisieren möchte, braucht kein umfassendes System zu kaufen. Hier können durchaus Einzellösungen sinnvoll sein. Überlegen Sie sich als Einsteiger und Nachrüster, welches am besten zu Ihnen und Ihren Wünschen und Bedürfnissen passt.

Thermostate

Einsteiger und Nachrüster Smahrtome

Die smarten Heizkörperthermostaten von tado°, die es auch als Starterpaket gibt, sorgen für hohe Energieeinsparungen. Foto: tado°

Zur Regelung der Heizungsanlage gibt es intelligente Thermostate, die sich programmieren lassen und so dabei helfen, den Energieverbrauch zu reduzieren. Die Systeme erkennen dabei, wann die Wunschtemperatur erreicht ist, sie reagieren auf offene Fenster und auf Sonneneinstrahlung und können auch von unterwegs aus gecheckt werden. Die Smarthome-Lösung von tado° bezieht zudem die Wettervorhersage und GPS-Daten mit ein: Nähert man sich dem Haus, dann fährt die Heizanlage automatisch hoch. Laut Angaben des Herstellers können so bis zu 31 Prozent der Heizkosten eingespart werden. Das System gibt es wahlweise mit Heizkörperthermostaten oder mit Raumthermostaten, die an den Heizkreislauf angeschlossen werden. In ähnlicher Weise funktionieren die Thermostate von Netatmo, die ebenfalls selbstständig auf Messdaten reagieren.

Beleuchtung

Ob gemütliches Essen mit Freunden, Leseabend oder konzentriertes Arbeiten: Philips Hue schafft für jede Aktivität die passende Lichtstimmung. Foto: Philips Hue

Auch die Beleuchtung lässt sich intelligent steuern. So gibt es beispielsweise Systeme, die sowohl auf das Sonnenlicht als auch auf Bewegungen reagieren und das Licht im Haus dementsprechend anpassen. Hat man den Raum verlassen, dann wird das Licht automatisch gelöscht. Eines der bekanntesten Systeme ist Philips Hue, das mit Apple HomeKit, Google Home und Amazon Echo kompatibel ist und eine große Auswahl an Lampen bietet. Zur Übertragung nutzt es „ZigBee“, wodurch sich auch Komponenten anderer Hersteller, die denselben Funkstandard benutzen, einbinden lassen. Besonders praktisch: Das System, das sich nach und nach erweitern lässt, kann auch die Sicherheit erhöhen, indem es die Anwesenheit der Bewohner vortäuscht. Und verschafft sich doch ein Einbrecher Zugang zum Haus, dann tauchen die Lampen, die mit einem Bewegungssensor gekoppelt sind, Haus und Einfahrt in ein rot blinkendes Licht.

Kameras und Rauchmelder

Einsteiger und Nachrüster Smarthome

Die Sicherheit der eigenen vier Wände beispielsweise mit einer Kamera erhöhen. Foto: Spotcam

Neben der Anwesenheitssimulation können Sie Ihr Hab und Gut auch durch Kameras, die mögliche Einstiegsbereiche im Blick behalten, schützen. Bewegt sich jemand im Radius der Kamera, werden die Hausbesitzer sofort über das Smartphone informiert. Behalten Sie dabei die Folgekosten im Blick: Gerade die Nutzung von Kameras – etwa wenn man sich nachträglich Überwachungsvideos ansehen möchte – ist mitmonatlichen Kosten verbunden. Eine gute Investition sind auch smarte Rauchmelder, etwa „Nest Protect“ von Google, die sich miteinander vernetzen lassen und bei einem Vorfall eine Nachricht an das Smartphone senden.

Der Markt: Rundum smart

Für Hausbesitzer, die auf ganzheitliche Lösungen setzen, hält der Markt ebenfalls einsteigerfreundliche Systeme bereit, die sich leicht installieren und bedienen lassen. Natürlich können Sie diese auch nachrüsten, sodass Einsteiger und Nachrüster dabei auf Ihre Kosten kommen.

innogy SmartHome

Einsteiger und Nachrüster Smarthome

Das funkgesteuerte System „innogy Smart-Home“ lässt sich auf die persönlichen Bedürfnisse anpassen. Foto: innogy

Nach den individuellen Wünschen und Schwerpunkten kann beispielsweise „innogy SmartHome“ konfiguriert werden. Herzstück ist eine Smarthome-Zentrale, die per Netzwerkkabel direkt an den Router angeschlossen wird. Diese lässt sich mit vielen Modulen und Sensoren koppeln – je nachdem, welche Bereiche die Hausbesitzer smart steuern möchten. So können Heizkörper- und Raumthermostate, Rauchmelder, eine Innensirene, eine Rollladensteuerung, Tür- und Fenstersensoren, Zwischenstecker und Bewegungsmelder eingebunden werden. Das System ist zwar geschlossen, unterstützt aber Philips Hue und Komponenten des Herstellers Netatmo, der neben den erwähnten intelligenten Thermostaten auch Kameras, Rauchmelder, Sirenen, Wind- undRegensensoren und eine Wetterstation im Programm führt.

Magenta SmartHome

Einsteiger und Nachrüster Smarthome

Die Basis von „Magenta SmartHome“ bildet die „Home Base 2“ von Qivicon. Sie integriert verschiedene Funkstandards. Foto: Telekom/Qivicon

Herstellerübergreifend funktioniert „Magenta SmartHome“ der Telekom. Dank der Integration mehrerer Funkstandards lassen sich über 250 Geräte mit der Zentrale, der „Home Base 2“ von Qivicon, verbinden. Auch das Zubehör von „HomeMatic“ – eine komplexere Smarthome-Lösung des Herstellers eQ3, die alle wichtigen Bereiche im und um das Haus abdeckt – ist kompatibel. So kann das System bei Bedarf problemlos aufgerüs tet werden. Es ist aber auch möglich, später komplett auf „HomeMatic“ umzusteigen.

Coqon

Mit Coqon haben Sie Ihr Haus stets im Blick. So können Sie das Wohnzimmer schon von unterwegs aus auf Temperatur bringen. Foto: Coqon

Bei der Lösung von Coqon handelt es sich ebenfalls um ein offenes funkbasiertes System. Derzeit lassen sich rund 80 eigene Geräte einbinden. Hinzu kommen die Produkte der Partnerunternehmen, zu denen Philips Hue, Netatmo und Sonos zählen. Geplant und entwickelt wurde das System komplett in Deutschland. Seit diesem Jahr unterstützt es auch IFTTT als Schnittstelle für die Hardware, womit sich komplexe Szenarien programmieren lassen, sowie Amazon Alexa und Google Assistant. Nutzer haben die Wahl zwischen der Do-it- yourself-Variante „Basic“ oder „Professional“, die vom Fachhandwerker installiert wird. Das Besondere: Das Unternehmen kooperiert mit zahlreichen Firmen. Ein Upgrade von „Basic“ zu „Professional“ ist jederzeit möglich.

digitalStrom

Einsteiger und Nachrüster Smarthome

Mit dem System von digitalStrom, das die Stromleitung nutzt, lassen sich fast alle vorhandenen Geräte fernsteuern. Grafik: digitalStrom

Mit einer sehr einfachen Installation und einer hohen Flexibilität punktet die Lösung von digitalStrom, die die bestehende Stromleitung nutzt. Dabei werden die vorhandenen Geräte – von der Heizung über die Leuchten bis hin zu den Rollläden – über kleine Lüsterklemmen an die Versorgungsleitung angeschlossen. Alle weiteren Netzwerkkomponenten werden im Sicherungskasten verbaut. Fast alle Geräte im Haus lassen sich so fernsteuern. Dazu ist nicht zwingend ein Smartphone notwendig – auch über den Lichtschalter lassen sich die Geräte bedienen. Sehr komfortabel ist die Steuerung über Sprachbefehl.


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