So wird‘s wetterfest – Materialien für draußen

So wird‘s wetterfest – Materialien für draußen
Diese Fassade besteht aus dem sehr witterungs- und UV-beständigen Mineralwerkstoff HI-MACS. Foto: Mathieu Ducros

Schick sollen sie sein, umweltfreundlich und langlebig: Materialien für den Außenbereich. Wir zeigen Ihnen, welche Oberflächen Wind und Wetter trotzen.

Nicht mehr verbrauchen, als nachwachsen bzw. wieder bereit gestellt werden kann – das besagt das Prinzip der Nachhaltigkeit. Ganz konkret bedeutet dies, Material zu verwenden, das lange haltbar ist. Dies gilt auch für die Gestaltung des Außenbereichs: Wetterfeste Materialien machen als Dacheindeckungen, Fassadenverkleidungen und Terrassenbeläge eine gute Figur.

Wartungsarme Dacheindeckungen

Metalldachpfannen gibt es in vielen verschiedenen Farben. Foto: epr/Luxmetall

Metalldächer sind teuer in der Anschaffung, aber günstig im Werterhalt: Mit einer fachmännisch ausgeführten Metalldeckung kann ein Bauherr über 50 Jahre ohne Reparaturmaßnahmen leben. Da kein Wasser in das Material eindringt, stellen typische Dachschäden wie Rissbildungen kein Problem dar. Selbst eine Reinigung ist in der Regel nicht notwendig. Das Dach wird durch seine Oberflächenstruktur einfach durch den nächsten Niederschlag freigespült. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich Metall in nahezu jede Form bringen lässt. So können auch ungewöhnliche Geometrien ausgeführt werden. Wie bei jedem anderen Dachmaterial auch muss allerdings jeder Knick und jeder Punkt, an dem die Dachhaut durchstoßen wird, wie zum Beispiel am Schornstein, besonders sorgfältig ausgeführt werden.

 

Oder darf es etwas Ungewöhnliches sein? Ein Satteldach aus Aluminium ist sehr wartungsarm. Foto: epr/Prefa/Croce&Wir

Eine ebenfalls dauerhafte, wenn auch nicht wartungsfreie Lösung sind Dachsteine. Diese Dachziegel aus Beton gelten als besonders witterungsbeständig und in Bezug auf die Herstellungsenergie, die relativ gering ist, als ökologischer. Sie werden bei lediglich 60 °C getrocknet und nicht bei 1.000 °C gebrannt. Dachsteine findet man in der Regel auf Steildächern. Sie werden – wie Ziegel – mit Sturmklammern fixiert. Das verhindert, dass sich einzelne Steine bei starkem Wind lösen. Den Steinen selbst wird häufig eine Haltbarkeit von mindestens 30 Jahren zugesprochen. Dennoch muss man ein mit Dachsteinen gedecktes Dach regelmäßig kontrollieren. Den Wartungsaufwand verringern können Sie, indem Sie Dachsteine in Hightech-Qualität verwenden, die beispielsweise durch Nanotechnologie weniger verschmutzen.

Wie wäre es mit Schiefer?

Schiefer ist frei von ökologisch bedenklichen Inhaltsstoffen. Foto: Pixabay

Eine Deckung mit Schiefer gilt als beständig. Sie ist bei Bauherren beliebt, weil er als Naturstein lebendig wirkt. Er kann in vielen verschiedenen Verlegearten aufgebracht werden. Wichtig ist, die einzelnen Schiefer sorgfältig auszuwählen. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass auch Decksteine mit einem zunächst versteckten Gefügeschaden verbaut werden. Das kann unter Witterungseinflüssen dazu führen, dass sie brechen. Daher sollte ein neues Dach nach ungefähr zwei Jahren genau untersucht werden, um solche Platten auszutauschen. Das Auswechseln einzelner Schindeln ist bei Schiefer schnell erledigt. Reparaturhaken befestigen sowohl Auswechselsteine als auch gelockerte Steine.

Pflegeleichte Fassaden

Mit Getifix Titano A behandelte Fassaden bleiben lange schön, sauber und frei von Vergrünungen. Foto: epr/Getifix GmbH

Schiefer gehört, wie Metall oder Faserzementplatten, zu den Materialien, die sowohl für das Dach als auch für die Fassade geeignet sind. Anders verhält sich dies mit der klassischen Putzfassade und einem geeigneten Anstrich. Einen im doppelten Sinn nachhaltigen Anstrich bietet Silikatfarbe. Sie gehört zu den Anstrichstoffen mit mineralischen Bindemitteln und gilt als ausgesprochen langlebig. Diese Langlebigkeit verdankt sie der Art, wie sie sich mit dem Untergrund verbindet. Denn Silikatfarbe bildet nicht einfach eine Schicht auf diesem, sondern verbindet sich durch Verkieselung. Das Bindemittel der Farbe, das Kaliwasserglas, verkieselt und bindet die Pigmente an den Untergrund. Reine Silikatfarbe sollte allerdings am besten von Fachleuten verwendet werden. Einfacher für den Laien ist die Anwendung von Dispersionssilikatfarbe. Allerdings enthält diese einen begrenzten Anteil Kunstharz.

Klinker und Lärche: Schick und langlebig

Klinkersteine gelten als besonders robuste und witterungsbeständige Variante für die Fassadengestaltung. Foto: Viebrockhaus

Was im Süden die Putzfassade, ist im Norden der Klinker. Klinkerfassaden gelten als sehr robust. Sie trotzen als äußere Schale eines zweischaligen Mauerwerks starken Winden und Schlagregen. Bei sehr hohen Temperaturen von etwa 1.300 °C wird entweder der ganze Ziegel (Keramik-Klinker) oder nur seine Oberfläche (Klinker) gesintert. Dadurch schließen sich die Poren, und der Stein erhält den typisch glasigen Charakter. Dieser Prozess erhöht die Druckfestigkeit des Steins. Außerdem reduziert sich seine Fähigkeit, Wasser aufzunehmen.

Eine Fassade aus Lärchenholz besitzt neben Witterungsbeständigkeit auch einen eigenen, natürlichen Holzschutz. Foto: epr/Timberra

Geht es um ökologische Materialien, wird gerne Lärchenholz genannt. Das unbehandelte Holz nimmt durch Sonne und Regen eine silbergraue Patina an. Es gilt auch gegenüber Schädlingen als resistent. Die Vergrauung geht unregelmäßig vonstatten – abhängig vom Sonnenlicht. Allerdings ist es möglich, diesen Prozess vorwegzunehmen. Dies geschieht durch die Verwendung von bereits vorvergrautem Holz. Eine gute Wahl ist vorvergraute Weißtanne. Sie gilt als besonders formstabil. In jedem Fall ist es wichtig, die Holzverschalung konstruktiv richtig anzubringen, sodass es nicht zu einer anhaltenden Durchfeuchtung des Holzes kommt.

Dauerhafte Terrassenbeläge

Das norwegische Unternehmen Kebony verleiht dank eines speziellen Verfahrens weichen Holzarten extreme Haltbarkeit; ideal für die Terrasse. Foto: Salih Usta Photography/Kebony

Lärchenholz eignet sich im Prinzip auch für die Terrasse. Hier ist es aber stärkeren Anforderungen ausgesetzt. Um Hölzer für den Einsatz auf der Terrasse haltbarer zu machen, gibt es zwei Verfahren: Entweder wird das Holz durch eine Art Wachsbad bis ins Innerste imprägniert und dann Dauerholz genannt. Oder die Hölzer werden in einer Wärmekammer haltbarer und formstabiler gemacht. Durch den Feuchtigkeitsverlust bei der Behandlung erreichen diese Thermohölzer eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren.

 

Da bleibt viel Zeit zum Entspannen. WPC-Terrassendielen benötigen kaum Pflege. Foto: epr/KuPro

Eine Alternative zu Holz sind Verbundwerkstoffe aus Holz und Kunststoffen, sogenannte Wood-Plastic-Composites (WPC). Bei ihnen verbindet sich das natürliche Aussehen des Holzes mit der Haltbarkeit des Kunststoffs. Statt Holz bieten sich auch andere Pflanzenfasern und für den Kunststoffanteil Ausschussprodukte aus der Vollkunststoffproduktion an. Dies ist dann gleich noch ein sinnvolles Recyclingprojekt.


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