Sonnenfänger – Solarenergie nutzen

Sonnenfänger – Solarenergie nutzen
Foto: Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH)

Mit der Kraft der Sonne lässt sich nicht nur warmes Wasser, sondern auch Strom erzeugen. Möglich wird dies durch den Einsatz von Solarthermie- und Photovoltaikanlagen. Ein Überblick über den Stand der Technik und die Kosten-Nutzen-Bilanz.

Auch wenn die Anzahl der Sonnenstunden Deutschland nicht als idealen Standort zur Nutzung von Sonnenenergie ausweist, ist es dennoch lohnenswert, die kostenlose Energie der Sonne auch hierzulande zu nutzen. Bei sinnvollem Einsatz der richtigen Technologie kann man somit mithilfe der Sonne Kosten sparen und einen Beitrag zur Energiewende leisten.

Technik für die Sonne

 

Mit den Solarthermieanlagen zum Selbstbau lässt sich die Kraft der Sonne nutzen. Unter www.selfio.de/de/solarthermie finden Sie mehr Infos. (Foto: Selfio/fotolia)

Mit Photovoltaikmodulen lässt sich die von der Sonne abgestrahlte Energie direkt in Gleichstrom verwandeln, der schließlich über einen Wechselrichter auf Netzspannung und Netzfrequenz gebracht den normalen Hausstrom ersetzen kann. Das gilt allerdings nur für die Zeitspanne, in der die Sonne mit aus reichend Energie auf die Photovoltaikkollektoren einstrahlt. Für die Abdeckung der übrigen Zeiten ist es notwendig, den Strom zu speichern. Prinzipiell ist es längst möglich, den überschüssigen Strom in Akkumulatoren zu speichern. Diese sind jedoch nach wie vor teuer.

Für Komplettpakete mit den Photovoltaikmodulen „Vitovolt 300“ gibt Viessmann zehn Jahre Garantie auf alle wesentlichen Komponenten. (Foto: Viessmann)

Technisch wesentlich einfacher ist es, die großen Mengen Wärmeenergie aus dem Sonnenlicht über Solarkollektoren direkt aufzufangen und für die Gebäude- oder Wassererwärmung zu nutzen. Da man aber auch Wärmeenergie meist dann braucht, wenn sie mangels Sonneneinstrahlung gerade nicht zur Verfügung steht, ist die Energiespeicherung hierbei ebenso ein zentrales Thema. Bei der Solarthermie ist dies jedoch relativ einfach durch Pufferspeicher zu lösen. Diese Speicher sind mit Wasser gefüllt, das die eingebrachte Wärme der Sonne bei ausreichend guter Wärmedämmung über einen längeren Zeitraum gut speichern kann.

Energiewende für jedermann

Der Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Sonnenstrom lässt sich durch den Einsatz eines
Batteriespeichers, etwa des „eloPack“ von Vaillant, steigern. (Foto: Vaillant)

Nach Auskunft der Bundesnetzagentur sind mittlerweile deutschlandweit Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von fast 39 Gigawatt installiert. Die Grundlastkraftwerke (meist mit Kohle, Gas oder Kernkraft betriebene thermische Kraftwerke), die die Zeiten abdecken müssen, in denen keine Sonne scheint, können aber nicht schnell genug hoch- oder heruntergefahren werden, um die Schwankungen im Netz schnell genug auszugleichen. Die Verwendung des Stromnetzes als „Speicher“, wie in den Anfangszeiten der solaren Revolution, ist daher heute von den Energieanbietern nicht mehr erwünscht. Deshalb ist die private Speicherung des erzeugten Solarstroms inzwischen nahe zu unerlässlich und durchaus sinnvoll. Gerade in Verbindung mit den immer häufiger verbauten Wärmepumpen macht es Sinn, die Haustechnik so zu konzipieren, dass möglichst viel vom selbst produzierten Strom auch selbst verbraucht wird und diesen nicht nur für die Wassererwärmung und Heizung einzusetzen, sondern auch für Großverbraucher wie Waschmaschinen und Wäschetrockner. Das schafft Unabhängigkeit und stellt einen sinnvollen Beitrag zur Energiewende dar. Außerdem spart jedes nicht bezogene Kilowatt heute etwa 28 Cent.

 

Kosten-Nutzen-Verhältnis

Das neue Rücklauf-Solarsystem „auroStep plus D“ verhindert eine Überhitzung der Solarthermieanlage. (Foto: Vaillant)

Die Kosten für Photovoltaikanlagen sind in den letzten Jahren stark gesunken. Während vor zehn Jahren 1 kWp noch ca. 5.000 Euro Installationskosten verursachte, sind es inzwischen etwa nur noch ca. 1.400 Euro. Die laufenden Kosten, die eine Photovoltaikanlage verursacht, fallen eher gering aus. Bauherren müssen mit rund 260 Euro rechnen. Ein wichtiger Aspekt sind außerdem die Versicherungen: Haftpflicht- und Gebäudeversicherung sollte man entsprechend anpassen. Mit Blick auf die zur Eigennutzung des erzeugten Stroms notwendigen Speicher können Amortisationszeiten von etwa 10–25 Jahren angenommen werden. Die Amortisation hängt dabei stark von der geschickten Nutzung des Solarstroms, von der Gesamtkonstellation im jeweiligen Objekt und von der Art der Finanzierung der Anlage ab. Solarthermieanlagen kosten je nach Größe 6.000–12.000 Euro. Sie bestehen im Wesentlichen aus den Solarkollektoren, einem Pufferspeicher, einer Pumpengruppe, die die Wärme vom Dach holt, und schließlich einer Steuerung, die die ganzen Vorgänge koordiniert. Die laufenden Kosten für Wartung, Strom und Versicherungen sind verschwindend gering. Solarthermieanlagen können sich bereits nach fünf bis acht Jahren amortisieren.

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