Steuerabzug auch ohne konkreten Auftrag

Steuerabzug auch ohne konkreten Auftrag

Der Steuerabzug im Voraus kann auch geltend gemacht werden, wenn zwar noch kein konkreter Auftrag vorliegt, die Investitionsbereitschaft jedoch glaubhaft dargelegt werden kann.

Das Finanzamt belohnt Hauseigentümer, die umweltfreundlich Strom produzieren und zum Gewerbetreibenden werden, indem sie einen Teil des erzeugten Stroms an den Netzbetreiber verkaufen, künftig unter erleichterten Bedingungen. Das geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) unter dem Aktenzeichen X R 42/11 hervor.

Im zugrunde liegenden Fall hatte der Kläger 2007 ein Angebot für eine Photovoltaikanlage erhalten, diese aber erst ein Jahr später bestellt. Der Fiskus versagte daraufhin den in der Einkommensteuererklärung 2007 geltend gemachten Investitionsabzugsbetrag.

Steuerabzug im Voraus

Zum Hintergrund: Unternehmer dürfen für  Anschaffungen von beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens vor dem tatsächlichen Erwerb einen Investitionsabzugsbetrag von bis zu 40 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd steuerlich geltend machen. Es muss dabei eine  Investitionsabsicht bestehen. Die hatte das Finanzamt im Streitfall wegen der nicht erfolgten Anschaffung im Jahr 2007 verneint. Die obersten Finanzrichter sahen das anders. Sie ließen den Steuerabzug im Voraus auch ohne konkreten Auftrag zu. Kann der künftige Sonnenkraftunternehmer seine Investitionsabsicht glaubhaft darlegen, beispielsweise indem er bereits konkrete Verhandlungen über den Erwerb der Anlage geführt hat,  und erfolgt die Investition tatsächlich zeitnah im nächsten Jahr, reicht das für den Steuerabzug aus, so der BFH.

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