Sunblocker für das Haus

Sunblocker für das Haus
Eine Senkrechtmarkise, viele Einsatzmöglichkeiten: „VertiTex ll“ von Weinor. Foto: Weinor

Helles Wohnen mit viel Sonne und Licht im Haus: Der Seele tut das gut, keine Frage. Ein wenig anders sieht es da mit dem Raumklima aus: In Dachgeschossen und südlich ausgerichteten Räumen kann es durch direkte Sonneneinstrahlung ungemütlich heiß werden. Höchste Zeit, für Schutz zu sorgen.

Sonnenstrahlen können gewöhnliche Fensterscheiben problemlos passieren, und das sollen sie natürlich auch. Im Raum jedoch wandelt sich ein Teil der Energie in Wärme um. Bei starker Einstrahlung kommt es dann zum allseits bekannten Treibhauseffekt. Besonders betroffen sind davon paradoxerweise hochgedämmte Energiesparfenster, die zwar die Sonnenstrahlen herein, nicht aber die Wärmeenergie nach draußen entweichen lassen. Doch die Räume müssen sich nicht in Saunastübchen verwandeln. Ein Hitzeschutz am Fenster bietet Abhilfe.

Hitzeschutz von außen

Blickdichte Rollläden von Roma halten Sonne und Hitze draußen. Es gibt sie gegen Aufpreis auch für spezielle Fensterformen. Foto: VFF/Roma

Wer neu baut und dazu in der glücklichen Lage ist, über Grundrissausrichtung und Gebäudeform selbst entscheiden zu können, diktiert das Thema Hitzeschutz für die Fenster am besten gleich dem Planer in die Feder. Denn baulicher Sonnenschutz kann über eine am Sonnenverlauf orientierte Gebäudeausrichtung, eine durchdachte Fensterdimensionierung und konstruktive Verschattungslösungen in Form von Auskragungen, Dachüberständen, Balkonen etc. erfolgen. Selbstverständlich lassen sich auch bestehende Fenster gegen ein „Zuviel“ an Sonnenstrahlen abschirmen. Am wirkungsvollsten sind dabei außenliegende Fensterverschattungen, die die Sonneneinstrahlung um bis zu 90 Prozent reduzieren können. Horizontale und vertikale Lamellensysteme bzw. Außenjalousien, klassische Roll- oder Fensterläden, Markisen und Sonnensegel eint ein gemeinsamer Vorzug: Sie sind allesamt beweglich und können somit optimal an den Sonnenstand angepasst werden. Besonders komfortabel sind Systeme, die in eine Smarthome-Installation eingebunden sind und die dank entsprechender Steuerung die ideale Position am Fenster automatisch einnehmen.

Achten Sie beim Kauf der Markise auf das CE-Prüfzeichen, das einen genormten Sicherheitsstandard garantiert. Das Siegel ist an der Markise gut sichtbar angebracht und muss den Hersteller mit kompletter Adresse, das Baujahr, die angewendete Norm und einen Identifizierungscode, beispielsweise den Namen des Produkts, enthalten.

Der große Vorteil außenliegender Hitzeschutzsysteme ist, dass sie die Sonnenstrahlen gar nicht erst in die Räume gelangen lassen. Allerdings unterliegen Außenverschattungen einem witterungsbedingten Verschleiß und müssen regelmäßig gewartet und gereinigt werden. Wie sehr eine neue Außenverschattung finanziell zu Buche schlägt, hängt stark von der Montageart, dem Design und der Ausstattung ab. Ein Durchschnittsfenster mit einem einfachen Rollladen nachzurüsten, ist bereits ab ca. 200 Euro möglich. Legt man Wert auf Optik und Zusatzfunktionen wie automatische Steuerung, wird es deutlich teurer. Klappfensterläden aus Holz erhält man ab ca. 450 Euro. Fest montierte Kassettenmarkisen sind bereits ab ca. 120 Euro zu haben.

Scheibenlösungen

Das Dach dieses Wintergartens ist aus dem dynamischen Sonnenschutzglas „SageGlass“ von Schüco. Die elektrochromen Funktionsgläser dunkeln je nach Intensität der Sonneneinstrahlung selbst ab. Foto: Adam Stirling, Norwegen/Schüco

Will man seine Räume vor zu starkem Sonneneintrag schützen, kann man auch direkt an den Fensterscheiben ansetzen. Spezielle Sonnenschutzverglasungen können besonders für große, in südliche oder westliche Richtung weisende Glasflächen eine gute Lösung sein. Das eingefärbte oder beschichtete Glas vermag immerhin bis zu 80 Prozent der Sonneneinstrahlung abzuhalten. Der Nachteil: Die Spezialgläser tun dies auch im Winter, dadurch wirken die Räume in der kalten Jahreszeit oft düster. Und durch den fehlenden Wärmeeintrag auch zur kalten Jahreszeit steigen die Heizkosten. Gleiches gilt für sogenannte Hitzeschutzfolien, die auf bestehende Scheiben aufgeklebt werden können. Sonnenschutzverglasungen und Hitzeschutzfolien sind nur dort sinnvoll, wo ein sehr guter Hitzeschutz vonnöten und Helligkeit im Raum zweitrangig ist. Hochwertigere Sonnenschutzfolien sind ab ca. 50 Euro pro m² zu haben, allerdings plus Montagekosten, denn hier sollte man unbedingt einen Fachmann hinzuziehen.

Eine weitere Lösung direkt im Fenster sind elektrochrome Verglasungen. Sie besitzen eine mehrstufige „Dimmfunktion“ und sind somit viel flexibler als herkömmliche Hitzeschutzverglasungen. Das schlägt sich jedoch auch in den Anschaffungskosten nieder. Kleine Dachfenster mit derartiger Ausstattung sind bei namhaften Herstellern ab rund 1.200 Euro zu haben.

Innen liegender Wärmeschutz

Sichtschutzmarkisen mildern blendendes Sonnenlicht. Foto: VFF/Velux

Nicht immer ist es möglich oder gewünscht, Fenster von außen zu verschatten, zum Beispiel wenn der technische Aufwand zu groß ist oder Außenlösungen aufgrund örtlicher Vorschriften oder aus Denkmalschutzgründen untersagt sind. Innen liegende Sonnenschutzsysteme gibt es in zahlreichen Ausführungen in Gestalt von (Flächen-)Vorhängen, Jalousien, Plissees, Faltstores und Kassettenrollos. Die Vorteile innen liegender Systeme liegen auf der Hand: Sie lassen sich einfach anbringen und sauber halten, sind deutlich kostengünstiger als Außenlösungen und unterliegen keinem witterungsbedingten Verschleiß. Allerdings können sie in Sachen Hitzeschutz nicht mit der auswärtigen Konkurrenz mithalten, da der Wärmeeintrag über die Scheiben nicht verhindert wird. Immerhin reduzieren sie die Wärmelast im Raum um rund 25 Prozent.

Entscheidend ist es, die Schutzwirkung innen liegender Systeme zu optimieren. Eine relativ aufwendige Möglichkeit sind spezielle Lüftungssysteme, die die aufgeheizte Luft zwischen Scheiben und Innenverschattung abtransportieren, bevor die Wärme ins Rauminnere gelangt. Einfacher ist es, zumindest einen Teil der einfallenden Strahlung mithilfe reflektierender Beschichtungen wieder nach draußen zu transportieren. Hier kommen Aluminiumbeschichtungen und spezielle Polyestergewebe zum Einsatz, die besonders gut in Kombination mit einer zusätzlichen Luftschicht im Verschattungssystem funktionieren, wie sie zum Beispiel Wabenplissees aufweisen.

Aufschluss über die energetischen Vorteile von Fenstern mit Sonnenschutzsystemen liefert das „Energy Label“ für Fenster, das vom Institut für Fenstertechnik ift Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem ITRS Industrieverband Technische Textilien – Rollladen – Sonnenschutz e. V. weiterentwickelt wurde. Es berücksichtigt bei der Berechnung der Energieverluste auch den zusätzlichen Wärmewiderstand eines außen liegenden Rollladens oder Sonnenschutzes.

Unsere Checkliste zum Sonnen- und Hitzeschutz für Fensterflächen.


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