Tilgungsstrategien

Tilgungsstrategien

Wer einen Kredit aufnimmt, muss ihn auch tilgen. Auf folgenden Punkte sollten Sie bei Ihrer Tilgungsstrategie achten.

1. Schuldenfrei zur Rente

Das eigene Haus ist eine erstklassige private Altersversorgung. Deshalb sollte das Eigenheim zum Renteneintritt komplett oder größtenteils schuldenfrei sein.

2. Berufsleben einteilen

Um zusätzlich zum Eigenheim eine weitere Altersvorsorge auf sichere Beine zu stellen, sollte das verbleibende Berufsleben wie bei einem Fußballspiel in zwei Halbzeiten geteilt werden. In der ersten Halbzeit werden Schulden für das Eigenheim getilgt, und in der zweiten wird freies Vermögen aufgebaut. Die Laufzeit des Kredits für die eigenen vier Wände sollte daher im Idealfall höchstens 50 Prozent des restlichen Berufslebens betragen.

3. Eigene Monatsratenhöhe ermitteln

Zur persönlichen Inventur gehört ein umfassender Einkommens-, Vermögens- und Verbindlichkeitencheck. Fahren Sie dabei zweigleisig: Klären Sie, wie viel Eigenkapital Sie zur Finanzierung beisteuern können. Dabei gehört alles auf den Prüfstand. Listen Sie Vermögenswerte wie Lebensversicherungen mit akzeptablem Rückkaufswert, zuteilungsreife Bausparverträge sowie andere liquide Mittel wie Spar- und Festgeldkonten auf.

Stellen Sie als Nächstes sämtliche Einnahmen und Ausgaben von mindestens einem Jahr ungeschönt gegenüber und saldieren Sie diese. Wichtig: Rechnen Sie auf der Einnahmenseite nicht zu großzügig. Viele machen den Fehler, dass sie das unsichere Nebeneinkommen der Frau oder des Mannes bis auf den letzten Cent und langfristig in den Finanzierungsplan einarbeiten.

Umgekehrt gilt: auf der Ausgabenseite nicht zu knapp rechnen. Ein gutes Korrektiv sind die Lebenshaltungskosten, die mit rund 40 Prozent des Haushaltseinkommens veranschlagt werden sollten. Der Betrag, der beim Saldieren von Einnahmen und Ausgaben übrig bleibt, zuzüglich der Kaltmiete, kann dann für das Eigenheim eingesetzt werden.

4. Neben dem Kreditraten auch die Wohnnebenkosten einrechen

Von diesem Betrag müssen nicht nur die Kreditraten, sondern auch die höheren Wohnnebenkosten für das neue Heim wie Energiekosten und Versicherungen gestemmt werden. Außerdem sollte jeder Reparaturrücklagen bilden.

Aufgepasst: Mit den Haus- und Grundstückskosten allein ist es nicht getan. Fällig werden auch Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer und Gebühren für Notar und Grundbucheintrag. Die schlagen regelmäßig mit rund 10 Prozent des Bau- bzw. Kaufpreises zu Buche und müssen sofort bezahlt sowie aus dem Eigenkapital getragen werden.

5. Alternativen entwickeln

Nur wer die genaue Höhe der Hauskosten kennt und auf der Basis seines Kassensturzes ermittelt hat, wie viel finanzieller Spielraum ihm bleibt, weiß, ob seine Wunschimmobilie finanzierbar ist. Die Alternativen: entweder beim Wunschobjekt an der Ausstattung sparen, ein günstigeres Objekt suchen oder warten, bis mehr Eigenkapital angesammelt ist.

6. Eigenkapital einsetzen

Achten Sie auf ausreichend Eigenkapital. Vor allem junge Familien haben oft zu wenig eigenes Geld, um ein Haus zu finanzieren. Die Banken verlangen deshalb Zinszuschläge, die das Budget des Bauherrn weiter strapazieren. Erwartet wird in aller Regel ein Eigenkapitaleinsatz von mindestens 10 Prozent des Kaufpreises bzw. der Herstellungskosten. Wer mehr, beispielsweise 20 Prozent einsetzen kann, profitiert oft von Zinsvorteilen, weil das Risiko für den Geldgeber kleiner ist. Falls Ihr Eigenkapitalanteil zu gering ausfällt: Nach alternativen Geldquellen Ausschau halten, etwa günstigen Darlehen von Verwandten oder vom Chef sowie staatlichen Fördergeldern, beispielsweise von der KfW (www.kfw.de).

7. Konditionen und Angebote vergleichen

Vertrauen Sie beim Finanzierungsangebot nicht nur auf Ihre Hausbank, sondern vergleichen Sie mehrere Anbieter. Im Internet bieten Portale einen Konditionenvergleich auf einen Blick, beispielsweise unter www.fmh.de. Achten Sie dabei auf Direktbanken und Kreditvermittler. Durch den weitgehenden Verzicht auf Filialen und die Nutzung des Internets fallen deren Kosten regelmäßig geringer aus. Bauherren profitieren davon in der Regel durch günstigere Konditionen.

Verlangen Sie von jedem Gesprächspartner ein detailliertes Angebot mit allen wichtigen Finanzierungsinformationen. Das sollte neben dem Auszahlungsbetrag und den Zinsangaben mindestens die Monatsraten samt Zinsen und Tilgung, die zugrunde gelegte Finanzierungsgesamtlaufzeit, die Restschuld am Ende der ersten Zinsbindung sowie die Finanzierungsnebenkosten ausweisen.

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