Treppenplanung: ein sicherer Auftritt

Treppenplanung: ein sicherer Auftritt
Foto: epr/Kenngott

Auf und nieder, immer wieder: Eine gute Treppe ist über viele Jahre sicher zu begehen und wertet ganz nebenbei das Wohnambiente auf. Diese Infos und Tipps helfen Ihnen, die ideale Treppenlösung für Ihr neues Zuhause zu finden.

Die Aluminiumtreppe „Areo“ von Treppenmeister passt in ein puristisches Ambiente. Foto: treppenmeister.com

Die erste Frage, die Sie zusammen mit Ihrem Planer beantworten müssen, ist: Wo genau im Haus soll die Treppe platziert werden? Sitzt sie offen im Wohnraum, sparen Sie sich ein Treppenhaus mit Verkehrsfläche und damit auch kostspielige Quadratmeter. Bedenken Sie jedoch, dass dann jeder im Haus über diese Treppe kommen wird. Finden Sie dieses ständige Kommen und Gehen im Wohnbereich lästig, sollten Sie sich lieber für ein separates Treppenhaus entscheiden. So können Sie ohne großen Aufwand später das Haus in zwei oder drei Wohnungen teilen – eine auf jeder Etage. Gerade im Hinblick aufs Alter, wenn das Treppensteigen zunehmend schwerfällt, ist das eine sinnvolle Option. Die oben gelegene Wohnung könnten Sie dann vermieten. Vorausschauend plant auch, wer die Treppe so breit und stabil auslegt, dass bei Bedarf die Montage eines Treppenlifts kein Problem darstellt.

Sehr romantisch wirken Spindeltreppen wie dieses Modell von Stadler. Foto: Stadler Treppen

Nachdem Sie die Treppe platziert haben, kommt die Treppenform an die Reihe. Besonders elegant wirken gerade verlaufende Treppen, die sowohl an der Wand als auch frei im Raum platziert werden können. Diese sind auch am bequemsten zu begehen. Geradläufige Treppen benötigen jedoch Platz: Bei einer Raumhöhe von 2,50 m sind das rund 4,20 m Länge. Raumsparender sind dagegen Wendeltreppen. Es gibt sie viertel und halbgewendelt oder als klassische Wendeltreppen mit einem Treppenauge in der Mitte bzw. als Spindeltreppe mit einem zentralen Stützpfeiler, um den die Stufen kreisförmig angeordnet sind. Wird die Treppe von einem Podest unterbrochen, nennt man sie übrigens zweiläufig. Besonders steile Raumspartreppen wie Tango- oder Sambatreppen, bei denen die Auftritte abwechselnd pro Stufe links und rechts liegen, sodass man sich „tanzend“ auf ihnen bewegt, sind als offizielle Zugänge zu Aufenthaltsräumen nicht erlaubt, weil sie die baurechtlichen Mindestmaße nicht erfüllen.

Wichtige Vorschriften zur Sicherheit

Aus Sicherheitsgründen gibt die DIN-Norm 18065 Mindestvoraussetzungen für Gebäudetreppen vor. So muss eine notwendige Treppe, die zu Aufenthaltsräumen führt, mindestens 80 cm breit sein und die Steigung von Stufe zu Stufe darf 20 cm nicht überschreiten. Der Treppenauftritt, also die Tiefe der Stufen, muss mindestens 23 cm betragen. Die Summe der Auftritte bildet die Treppenlänge. Als bequem zu erklimmen gilt ein Verhältnis von ca. 18 cm Steigung zu 27 cm Auftritt.

Vorgaben zur Treppenplanung nennen darüber hinaus auch die jeweiligen Landesbauordnungen, die bei widersprüchlichen Angaben zur DIN Vorrang haben. Auch zu Geländer und Handlauf gibt es Vorgaben: Die Höhe des Geländers muss mindestens 90 cm, bei einer Absturzhöhe von über 12 m sogar 1,10 m betragen. Manche Landesbauordnungen lassen bei Wohngebäuden auch Ausnahmen zu und schreiben ein Geländer nicht zwingend vor. Beachten Sie jedoch: Ein Verzicht auf eine Absturzsicherung birgt eine hohe Unfallgefahr. Gerade wenn Kinder im Haus leben, sollten Sie auf größtmögliche Sicherheit bedacht sein.

Wahl des Materials

Diese Treppe mit Stufen aus geöltem Nussbaum-Massivholz wurde 2015 zur Kenngott-Treppe des Jahres gekürt. Foto: epr/Kenngott

Neben der Funktionalität ist die Optik ein weiteres Auswahlkriterium. Diese wird wesentlich vom Material beeinflusst. Holz verbreitet eine warme Atmosphäre, Stein und Beton wirken robust, Metall hat eine kühle Ausstrahlung und Glas wirkt luftig elegant. Aus allen Baustoffen, oft auch in Kombination miteinander, lassen sich heute schicke Treppen produzieren. Betontreppen sind sehr strapazierfähig und besitzen eine hohe Brandresistenz, wirken aber sehr massiv. Filigraner sind hingegen Treppen aus Stahl oder offene Holztreppen ohne senkrechte Setzstufen. Bei Holz sollten Sie bei der häufig frequentierten Haupttreppe eher auf Harthölzer wie Buche, Eiche oder Ahorn setzen als auf weichere Hölzer wie Fichte, Tanne oder Kiefer. Doch egal für welches Treppenmaterial Sie sich entscheiden, achten Sie in jedem Fall immer auf eine größtmögliche Rutschfestigkeit der Stufen.

Trittschall reduzieren

Elegant gelöst: Gummigelagerte Edelstahlbolzen dämmen bei dieser Treppe von Streger den Tritt und überzeugen zudem mit einer filigranen Optik. Foto: epr/Streger

Damit man ein normales Treppensteigen nicht im ganzen Haus als Trampeln empfindet, sollten Sie darauf Wert legen, dass Sie den Trittschall möglichst über das vorgeschriebene Maß hinaus verringern. Das erreicht man, indem die Bauwerksanschlüsse der Treppe voneinander entkoppelt werden, sodass sich der Schall nicht mehr auf andere Bauteile übertragen kann. Neuralgische Punkte, die durch elastische Materialien entkoppelt seins sollten, sind das Auflager der Stufen, die Übergänge an Kopf und Fuß der Treppe sowie die Befestigung an der Wand. Je weniger Befestigungspunkte es gibt, desto besser.

Die richtige Beleuchtung bei der Treppenplanung wählen

Zu einer sicheren Treppe gehört auch eine gute Beleuchtung. Dank der LED-Technik kann diese heute nahezu überall angebracht werden: in der Wand, in der Stufe, im Geländer oder auch in der Setzstufe. Beachten Sie: Das Licht sollte nie Schatten auf den Stufen hervorrufen. Wählen Sie die Anordnung so, dass das Licht blendfrei ist und die Stufenkanten gut erkennbar sind. Am ehesten erreicht man dies mit einer breit strahlenden Lichtquelle vom oberen Absatz der Treppe aus. Werden zusätzlich noch Orientierungsleuchten an den Stufen angebracht, müssen diese an jeder Stufe vorhanden sein, um keine irritierenden Lichtinseln zu schaffen. Praktisch sind Bewegungsmelder, die das Licht automatisch einschalten, sobald sich jemand der Treppe nähert.

In unserer Checkliste zur Treppenplanung sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst.


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