Treppenplanung: Stilvolle Verbindung

Treppenplanung: Stilvolle Verbindung
Foto: epr/Kenngott

Bei der Treppenplanung stehen dem Bauherrn von der Konstruktion über die Materialwahl bis hin zu Detaillösungen viele Varianten offen.

Wer sich im Zuge der Hausplanung mit dem Thema „Treppe“ auseinandersetzt, wird vermutlich erstaunt sein, wie viele Möglichkeiten sich hier auftun und wie viele Entscheidungen getroffen werden müssen. Dabei geht es nicht allein um die grundsätzliche Form der Treppe und ihr Material. Es geht auch darum, wie die Stufen auf der Tragkonstruktion sitzen, wie diese genau aussieht oder wie das Geländer an der Wange befestigt ist.

Treppenplanung: Die Grundform

Foto: epr/Portas; Treppenplanung

Foto: epr/Portas

Zunächst ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, welche Form die Treppe haben soll oder ob allein durch den Grundriss bedingt überhaupt nur bestimmte Formen infrage kommen. Andererseits kann man natürlich gerade durch die Form der Treppe den Grundriss mitgestalten. In Einfamilienhäusern werden sehr häufig halb- oder viertelgewendelte Treppen eingebaut. Das bedeutet, der Austritt wird um 180 bzw. 90 Grad gegenüber dem Antritt gedreht. Aber auch gerade Treppen haben ihren Reiz. Eine sehr imposante Wirkung bei der Erschließung zweier Geschosse erzielen Sie, wenn die Treppenläufe nicht übereinanderliegen, sondern die obere Treppe nach einem Zwischenpodest die Fortsetzung der unteren bildet.

In größeren Häusern ist die Treppe oft zentral angeordnet und bekommt dadurch eine fast skulpturale Anmutung. Muss hingegen an Fläche gespart werden, kann eine Spindeltreppe eine Alternative sein. Ist sie der einzige Zugang zum Obergeschoss, handelt es sich also um eine „notwendige Treppe“, muss sie eine nutzbare Laufbreite von 80 cm haben. Raumspartreppen dürfen nur als zweite Treppe eingebaut werden und Steiltreppen nur als Zugang zu Abstellräumen dienen.

Material und Konstruktion

Eine weitere wichtige Entscheidung bei der Treppenplanung betrifft das Material. Unter Umständen steht damit auch die grundsätzliche Konstruktion der Treppe auf dem Prüfstand. In der Regel gibt es heutzutage aber fast alle Treppenformen sowohl in Holz als auch in Metall. Glas oder Plexiglas kommen für die Stufen, die Zwischenpodeste oder als Füllung für das Treppengeländer infrage. Holz wirkt grundsätzlich besonders wohnlich.

Streger; Treppenplanung

Foto: epr/Streger

Viele Metalltreppen haben dagegen eine sehr elegante, aber eben auch eher kühle Wirkung. Holztreppen können inzwischen durch sehr schmale Bauteile oder als freitragende Faltwerktreppe äußerst modern wirken. Dennoch würde die gleiche Treppe aus Metall mit noch filigraneren Profilen umsetzbar sein. Natürlich können Treppen auch aus einem Materialienmix gebaut werden. Holz und Stahl oder Stahl und Glas sind beliebte Kombinationen. Bei einer offenen Treppe liegen die Trittstufen nur auf den Holmen auf, sodass man zwischen den Stufen hindurchschauen kann. Bei einer geschlossenen Treppe sitzen hier die senkrechten Setzstufen. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch die Befestigung der Stufen. Sie können, wie beschrieben, auf den tragenden Holmen aufliegen oder in die Wange eingestemmt werden. Besonders spannend sind Konstruktionen, bei denen die tragende Wange in der angrenzenden Wand sitzt und die Stufen direkt aus der Wand kragen. Eine reduziertere Treppenkonstruktion ist kaum denkbar.

Die stilvolle Verbindung mit Sicherheit und Komfort

Foto: epr/Kenngott; Treppenplanung

Foto: epr/Kenngott

Natürlich soll eine Treppe nicht nur gut aussehen, sondern auch gut funktionieren. Damit sie sicher und bequem zu begehen ist, muss das sogenannte Steigungsverhältnis genau berechnet werden. Das übernimmt natürlich der Treppenbauer oder -hersteller. Wenn kleine Kinder im Haus leben, sind auch Form und Konstruktion des Geländers sehr wichtig. Der Abstand der Geländerstäbe sollte hier 12 cm nicht übersteigen. Eine interessante Variante sind flächige Absturzsicherungen, entweder als Verkleidung innerhalb der vorgeschriebenen Höhe von mindestens 1 m oder als geschosshohe rahmenlose Scheibe an der dem Raum zugewandten Seite der Treppe. Wendeltreppen werden teilweise mit brüstungshohen Wangen angeboten, sodass die äußere Treppenwange auf Geländerhöhe hochgezogen wird.

Gerade für ältere Menschen ist Sicherheit auf der Treppe besonders wichtig. Unter Umständen kann hier ein zweiter Handlauf notwendig sein. In jedem Fall sollten die Stufen gut sichtbar, eventuell markiert und unter Umständen beleuchtet sein. Orientierungslichter an der Treppe kommen auch den Kindern zugute. Abgesehen vom täglichen Komfort sollten die hausinternen Treppen auch dafür geeignet sein, dass man größere Möbelstücke über sie transportieren kann ohne dabei Wände und Geländer zu beschädigen.

KURZ ERKLÄRT

Antritt/Austritt: Der Antritt ist die unterste, der Austritt die oberste Stufe der Treppe, die eine Ebene mit dem Podest oder der oberen Geschossebene bildet.
Holm: Bei einer Holmtreppe liegen die Treppenstufen auf einem oder mehreren Holmen auf. Der Holm (Mittelholm) oder die Holme sitzen also unter den Stufen.
Setzstufe: Während die Trittstufe tatsächlich zum Betreten genutzt wird, ist die Setzstufe die vertikale Abgrenzung der Stufe nach hinten. Man spricht auch von der vertikalen Ansichtsfläche.
Steigungsverhältnis: Das Steigungsverhältnis, also das Verhältnis von Höhe zu Tiefe der Treppenstufen, ist wichtig für bequemes und sicheres Begehen der Treppe.
Trittstufe: Die Trittstufe ist das, was der Laie unter der eigentlichen Stufe versteht. Man spricht auch von der horizontalen Auftrittsfläche.
Wange: Bei einer Wangentreppe begrenzen die Treppenwangen die Treppe seitlich und halten die Treppenstufen.

 

In unserer Checkliste zur Treppenplanung sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst.


Das könnte Sie auch noch interessieren:
Treppen in der Lieblingsfarbe
Unser Onlineshop

Immer top informiert: Jetzt für den Newsletter anmelden