Starke Leichtbauwände

Starke Leichtbauwände
Foto: tdx/Knauf Gips

Einfach selbst gestalten: Mit einer Trockenbauwand können in kurzer Zeit und mit geringer Investition Zimmer entstehen, Bereiche abgetrennt oder ein ganz neues Wohnambiente kreiert werden.

„Mit wenig Aufwand eine tolle Situation schaffen – das ist für mich das Interessante am Trockenbau“, sagt die selbstständige Innenarchitektin und Raumgestalterin Synne Marienfeld aus Schleswig-Holstein. „Trockenbau ist einfach, schnell, günstig und jeder kann es selbst machen.“ In der Tat benötigt man für das Aufstellen einer Trockenbauwand nur ein wenig handwerkliches Geschick, Spaß am Bauen und Gestalten sowie ein recht überschaubares Werkzeug-Equipment. Das Schwierigste dabei ist der Bau einer geraden, lotrechten Unterkonstruktion. Wie kompliziert diese gebaut werden muss, hängt von den räumlichen Gegebenheiten ab und davon, wie viele Extras sich in der Wand verbergen sollen. Grundsätzlich ist es wichtig, sich vor dem Bau der Unterkonstruktion zu überlegen, was die neue Wand „können“ muss, was man an ihr befestigen will und ob beispielsweise Beleuchtungselemente integriert oder Aussparungen vorgesehen werden sollen.

Das tragende Gerüst

Die Unterkonstruktion einer Trockenbauwand kann entweder aus Holz- oder aus Aluminiumprofilen gebaut werden. Die so genannten C- und U-Aluminiumprofile lassen sich problemlos mit einer Blechschere  zurechtschneiden, während für die Arbeit mit Holzprofilen am besten mit einer Handkreissäge gearbeitet wird. Manchem Heimwerker mag dennoch die Arbeit mit Holz vertrauter sein als der Umgang mit starren Metallleisten. Wichtig ist in jedem Fall die richtige Handhabung der Wasserwaage und eventuell einem Lot, damit die Wand am Ende wirklich gerade im Raum steht. Aber nicht nur die spätere Funktion der Wand,  auch ihre Form wird bereits durch den Bau der Unterkonstruktion bestimmt. Wird eine raumhohe  Konstruktion vom Boden bis zur Decke gewünscht? Soll zur indirekten Belichtung des dahinterliegenden Raums noch ein gläsernes Lichtband eingebaut werden? Ist eine Tür notwendig und wie breit und hoch muss diese sein? Alles Fragen, die bereits vor dem Bau des tragenden Gerüsts geklärt sein müssen. Eine  Trockenbauwand muss nicht immer als Trennwand dienen, sie kann auch vor eine Wand gesetzt werden, um Stauraum zu bieten und gleichzeitig eine unschöne Ecke zu verstecken oder als halbhohes Thekenelement die offene Küche vom Essbereich trennen. Sollen sehr schwere Elemente wie Küchenschränke oder  Waschtische an der Wand befestigt werden, müssen in der Regel sogenannte Traversen, also zusätzliche Querprofile zur Aufnahme besonderer Lasten, in die Konstruktion integriert werden. Ob und wie viele dieser Profile in der Unterkonstruktion einzuplanen sind, hängt zum einen von der zu erwartenden Last und zum anderen von der Tragfähigkeit der Beplankung ab.

Das richtige Material für die Trockenbauwand

Der Klassiker für Trockenbauwände sind Gipsplatten. Sie sind leicht, gut zu handeln und lassen sich einfach mit einem Cutter zuschneiden. Unterschieden wird zwischen Gipskarton- und Gipsfaserplatten. Während Gipskartonplatten die feinere Oberfläche haben, sind Gipsfaserplatten stärker belastbar. Arbeitet man mit Gipskartonplatten, sollte bereits ein schwerer Spiegel besser an einem dahinterliegenden Profil der  Unterkonstruktion befestigt werden. Holzwerkstoffplatten bieten den großen Vorteil, dass sie auch für die  Aufhängung schwererer Gegenstände stabil genug sind. Bei größeren Gewichten ist lediglich die Zahl der Befestigungspunkte maßgebend. Wer hier flexibel sein will, sollte sich beispielsweise für MDF- oder  Holzspanplatten entscheiden. Eine weitere Alternative sind Lehmbauplatten. Sie sind weniger belastbar und machen etwas mehr Dreck bei der Montage, können aber besonders gut Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Das sorgt für ein angenehmes Raumklima.


Was kann welches Material?

Gipskartonplatten sind am einfachsten zu bearbeiten, besonders leicht und haben eine sehr homogene Oberfläche. Für eine gute Luftschalldämmung muss die Wand doppelt beplankt werden. Gipskartonplatten gelten ab einer Stärke von 12,5 mm als unbrennbar.
Gipsfaserplatten werden im Prinzip verwendet wie Gipskartonplatten. Sie sind durch eine Armierung höheren Anforderungen gewachsen, aber auch etwa 50 Prozent schwerer als Gipskartonplatten.
• Außerdem werden auf dem Markt Gipsplatten für besondere Anwendungsbereiche wie Feuchträume oder Räume mit besonders hohen Ansprüchen an den Brand- oder Schallschutz angeboten.
Mitteldichte Faserplatten (MDF) werden aus Holzstaub und einem sehr hohen Leimanteil verpresst. Sie sind relativ schwer, bieten aber einen dementsprechend guten Schallschutz und Stabilität.
Spanplatten sind eine günstige Variante der Holwerkstoffplatten. Derzeit sehr beliebt sind sogenannte OSB-Platten, auch Grobspanplatten genannt, mit einer entsprechend groben Faserstruktur. Durch ihr charakteristisches Aussehen werden OSB-Platten auch „unversteckt“ verarbeitet.
Sperrholzplatten sind schichtweise, quer zueinander verleimte Holzplatten. Sperrholzplatten garantieren hohe Stabilität, Qualität und Maßgenauigkeit, sind dafür allerdings auch entsprechend teuer.

Immer top informiert: Jetzt für den Newsletter anmelden