Wie entsteht ein Fertighaus?

Wie entsteht ein Fertighaus?
Foto: Fullwood Wohnblockhaus

Wer ein Fertighaus baut, kann über die kurze Bauzeit nur staunen. Das flotte Tempo macht die moderne Vorarbeit bei den Herstellern in den Werkshallen möglich.

Wer ein Fertighaus baut, kann über die kurze Bauzeit auf der Baustelle nur staunen. Wie so ein flottes Tempo möglich ist? Die Vorarbeit wird bei den Herstellern in den Werkshallen geleistet, computergesteuert und hochmodern.

Generell unterscheidet man zwischen drei Konstruktionsarten: Holzrahmenbau, Holzskelettbau und Blockbohlenbauweise. Eines jedoch haben alle Konstruktionen gemein: In den Werkshallen kommen modernste Maschinen und ausgefeilte Computertechnik zum Einsatz, sodass viele Arbeitsschritte automatisiert und optimiert ablaufen. Dort wird das zum Bau verwendete Holz maschinell getrocknet, zugeschnitten und die einzelnen Wandelemente werden zusammengefügt. Dass all diese Arbeitsabläufe im Werk des Unternehmens stattfinden können, ist einer der großen Vorteile des Holzfertigbaus: Die Witterung kann einem somit nicht in die Quere kommen und die Zeitersparnis beim späteren Aufstellen des Hauses ist enorm.

Holzrahmenbauweise

Fertighaus

Foto: Fullwood Wohnblockhaus

Die überwiegende Zahl der Holzfertighäuser wird heute in Holzrahmenbauweise erstellt. Hierbei besteht das Tragwerk aus Holzständern. Kopf- und Fußhölzer stellen die Querverbindungen zwischen diesen Ständern dar. Die Hohlräume der Elemente werden mit einem Dämmstoff ausgefacht. Je nach Hersteller kommt zusätzlich eine Dampfbremse in Form einer speziellen Folie zwischen Dämmung und Innenbeplankung. Auf der Wandinnenseite werden bereits im Werk entsprechende Öffnungen und Kanäle für Sanitärrohre, elektrische Verkabelung, Steckdosen und Schalter usw. gefräst. Viele Hersteller setzen hierfür eine zweite Installationsebene vor die Wandinnenseite.

Holztafelbauweise

Als eine Form des Holzrahmenbaus gilt der Holztafelbau, bei dem besonders großflächige Wand- und Deckenelemente im Werk angefertigt werden. Auch Fenster und Türen sind bereits in den Wandelementen enthalten, wenn sie auf der Baustelle angeliefert und zusammengesetzt werden. Dieser höhere Vorfertigungsgrad verkürzt die Bauzeit noch weiter.

Heute werden Fertighäuser in der Regel mit einer zusätzlichen Außendämmung versehen, einem sogenannten Wärmedämmverbundsystem, das sich über die komplette Fassade erstreckt. Alternativ gibt es auch Haushersteller, die eine zweischalige Wandkonstruktion anbieten. Dann befindet sich vor der Holzfertigbauwand eine zweite, dünnere Wand – zum Beispiel aus Klinkern, Holz oder Mauerwerk, die zusätzlich als Dämmschicht dient.

Moderne Fachwerkkunst

Fertighaus

Foto: FischerHaus

Der Holzskelettbau, früher Fachwerkbau, unterscheidet sich maßgeblich vom Holzrahmenbau. Bei ihm stellt das Holzsystem das aus statischer Sicht alleinig nötige Tragsystem dar. Senkrechte Stützen und waagerechte Träger bilden das Skelett des Hauses. Damit Räume entstehen, wird diese Tragekonstruktion mit verschiedenen Materialien ausgefacht. Beim modernen Holzskelettbau kommt hier oftmals Glas zum Einsatz, aber auch Mauerwerk oder Leichtbauelemente. Wie bei Fertighäusern in Holzrahmenbauweise werden auch hier einzelne Wandelemente komplett, samt Ausfachung, im Werk vorproduziert und dann mit Schwerlastkränen auf der Baustelle zusammengesetzt.

Aus Blockbohlen

Die vielleicht klassischste Variante eines Holzhauses ist das Blockbohlenhaus. Hierbei besteht der Wandaufbau aus Massivholz, in entsprechender Dicke gewählt. Je nach Hersteller gibt es auch in diesem Marksegment unterschiedlichste Konstruktionen mit ein- oder zweischaligen Wandausführungen und auch sogenannten Blockbohlen-Systemwände, bei denen die Dämmung bereits integriert ist.

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