Ein Gefühl der Freiheit

Ein Gefühl der Freiheit
Foto: Baumeister Wintergärten

Die schönste Verbindung zwischen komfortablem Wohnen und einem Leben mitten in der Natur bietet ein Wintergarten. Bei der mannigfaltigen Auswahl an Formen und Materialien auf dem Markt wird garantiert jeder Bauherr fündig.

Die ursprüngliche Aufgabe eines Wintergartens bestand darin, als eigenständiger Bau junge Pflänzchen mit Wärme und Sonnenlicht zu versorgen und sie vor der kalten Jahreszeit zu schützen. Inzwischen wurde der Wintergarten an das Wohnhaus angegliedert und dient nun als Raumerweiterung mit einem besonderen Wohlfühlcharakter. Vom kleinen Anbau bis hin zum gläsernen Wohnzimmer: Es gibt viele Möglichkeiten, wenn man den Wintergarten bereits bei der Grundrissplanung berücksichtigt.

Freiheit planen und bauen

Wintergarten-ueber-ein-Haus

Jeder Wintergarten des Herstellers Schüco ist individuell geplant. Auch Lösungen wie dieser Anbau über zwei Stockwerke können realisiert werden. Foto: Schüco

Die Planungsphase beginnt mit der ersten Entscheidung, ob der Glasanbau unbeheizt, ein Überwinterungsplatz für Pflanzen oder ein über das gesamte Jahr genutzter Wohnwintergarten werden soll. Ist er als ganzjähriger Wohnraum geplant, müssen seine Außenflächen die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen. Als Nächstes sollten die Raumnutzung und Einteilung klar sein. Prinzipiell werden dabei Ruhezone, Pflanzenareal und Verkehrswege unterschieden. Berücksichtigen Sie diese im Vorhinein, ergeben sich Größe und Öffnungen Ihres Wintergartens wie von selbst. Der Standort des Glasanbaus wird nicht nur durch Bauvorschriften und statische Möglichkeiten bestimmt, sondern natürlich auch durch die umgebende Natur. Wie das gläserne Wohlfühlparadies jedoch letzten Endes aussieht, wo es steht und welche Technik es enthält, ist ganz dem eigenen Geschmack überlassen.

Gleiches zu Gleichem

Mit den heutigen Techniken lassen sich zwar viele Konstruktionen verwirklichen, dennoch sollte man auf das Gesamtbild achten. So wirkt ein klassischer Anbau an einem modernen Kubus genauso fehl am Platz wie eine nüchterne Erweiterung an einem gemütlichen Landhaus. Es ist also empfehlenswert, sowohl die architektonische Linie des Hauptgebäudes weiterzuführen als auch eine wohlproportionierte Größe zu finden. Berücksichtigen Sie dabei auch die Materialmischung: Beispielsweise gibt ein Ziegeldach auf schlanken Aluminiumpfosten kein filigranes Bild ab und eine Seitenwand aus einfachen Bohlen kann grob erscheinen.

Die Farbgestaltung sollte innen wie außen mit dem Haupthaus harmonieren. Bei Weiß kann man grundsätzlich nicht viel falsch machen, andere Farben setzen aber besondere Akzente. Das verwendete Material für die Grundkonstruktion schränkt hier jedoch ein: So kommt bei Kunststoff hauptsächlich Weiß in Betracht, da es bei Wärme seine Form und Farbe behält, bei Metall und Holz hingegen steht die gesamte Farbskala zur Verfügung.

Materialwahl – einfach oder gemixt?

Kunststoff

Eine Grundkonstruktion aus Kunststoff vermindert nicht nur die äußere Farbwahl, sondern benötigt wegen ihrer geringen Festigkeit auch einen verstärkenden Stahlkern. Daher eignet er sich nur für kleinere Anbauten. Pluspunkte sammelt das Material für seine Pflegeleichtigkeit und UV-Beständigkeit sowie den günstigen Preis. Es ist feuchte- und witterungsresistent und benötigt wegen seiner Isolierungseigenschaft keine thermische Trennung von Außen- und Innenelementen.

Stahl

Eine Tragkonstruktion aus Stahl hingegen ist besonders stabil, womit auch filigrane Glasstrukturen einfach zu realisieren sind. Allerdings sind hierbei innen und außen isolierende Maßnahmen wie Galvanisierung oder rostschützende Anstriche gegen Korrosion notwendig. Für Wohn-Wintergärten sind thermisch getrennte Konstruktionen zu empfehlen, um keine Wärmebrücken zu erzeugen.

Aluminium

Ein sehr beliebtes Material ist Aluminium, das ebenso pflegeleicht wie Kunststoff ist, aber ein viel größeres Farbspektrum bietet. Da das Metall fast so tragfähig ist wie Stahl und dazu recht leicht, wird es gerne für schmale oder komplexe Profile verwendet. Damit jedoch keine Wärmebrücken entstehen, ist eine thermische Trennung unvermeidbar. Hierzu wird zwischen den zwei Hohlkammerprofilträgern ein schlecht wärmeleitendes Material eingefügt, das auch als Fensteranschluss dient.

Holz

Eine besonders warme Atmosphäre verleiht ein Wintergarten aus Holz. Farblich gesehen ist hier alles möglich, doch am schönsten ist immer noch die individuelle Maserung. Auch als Dämmmaterial überzeugt es, da nur wenig Wärme nach außen geleitet wird und kaum Tauwasser auftritt. Zum Einsatz kommen vor allem Brettschichthölzer, die tragfähiger sind als Massivholz. Mit speziellen Lasuren muss man das Holz jedoch gegen Wettereinflüsse und UV-Strahlung schützen.

Kombinationen

Für den Wintergartenanbau können auch verschiedene Materialien, etwa Holz und Aluminium, miteinander kombiniert werden. Bei einer Holz-Aluminium-Konstruktion trägt der Baustoff Holz die Lasten. Sie verbindet die gemütliche Wohnatmosphäre und gute Wärmedämmung des natürlichen Rohstoffs mit einer modernen und pflegeleichten Außenschale. Bei einem Aluminium-Holz-Wintergarten hingegen trägt das Metall die Lasten und wird innen mit einem Holzfurnier versehen. Andere Kombinationen ergeben sich zum Beispiel aus Kunststoff und Aluminium, wobei das Metall bei den tragenden Elementen zum Einsatz kommt. Hier muss man die Ausdehnung des Kunststoffs und die daraus resultierenden ausreichend großen Dehnungsfugen berücksichtigen.

Glas ist nicht gleich Glas

Nach der Regelung der EnEV fällt nicht nur die Tragkonstruktion eines Wintergartens in die Energiebewertung des Hauses, sondern ebenso die Verglasung. Immerhin trägt sie in der Heizperiode maßgeblich zu Wärmeverlusten bei. Daneben bestreitet sie den Schallschutz und die Durchbruchhemmung sowie den Einbruchschutz.
Isolierglas besteht aus einem Verbund von zwei oder drei Glasscheiben, deren Hohlräume mit einem Trocknungsmittel gegen inneres Beschlagen und einem Füllgas mit schlechter Wärmeleitung versehen sind. Das spezielle Isolierglas zur Erfüllung der Schallschutzverordnung kann man nicht mit jeder anderen Funktion kombinieren, weswegen hier ein geringerer Wärmedämmwert (U-Wert) erlaubt ist. Ein Verbundsicherheitsglas hingegen erreicht eine Durchbruchhemmung.

Lüften und heizen

Haus-mit-Steinfassade-und-gläsernem-Wintergarten

Für einen besonders wohnlichen und sicheren Wintergarten empfiehlt der Hersteller Pilkington, die vier „S“ zu berücksichtigen: Sonnenschutz, Sicherheit, Schallschutz und Selbstreinigung. Sämtliche Funktionsgläser lassen sich auch problemlos miteinander kombinieren. Foto: Pilkington

Um den gläsernen Anbau optimal als Wohnraum nutzen zu können, muss ein Beschattungs- und Belüftungssystem im Wintergarten vorhanden sein. Nach der EnEV darf die maximale Raumtemperatur, die abhängig von der Klimazone berechnet wird, nicht überschritten werden, sodass besonders bei südlich ausgerichteten Wintergärten Vorsicht geboten ist.

Die Heizung kann prinzipiell an das bestehende Heizsystem im Haus angeschlossen werden, wobei der erhöhte Energiebedarf bei Glaswänden in der Planung zu berücksichtigen ist. Am besten bringt man die Heizkörper an der kältesten Stelle – also unter den Fenstern – an, um mit der aufsteigenden Luft die Scheiben zu wärmen und ein unangenehmes Kältegefühl in der Nähe der Glasflächen zu vermeiden.

Um Ihren Wintergarten mit viele Freude zu planen und zu bewohnen, finden Sie auf der Webseite des Bundesverbands Wintergarten e. V. (www.bundesverband-wintergarten.de) zahlreiche Tipps und Hinweise für Wohnwintergärten.

Immer top informiert: Jetzt für den Newsletter anmelden