Wohlfühlzuhause mit Kellerdämmung

Wohlfühlzuhause mit Kellerdämmung
Eine Dämmung der Kellerdecke lässt sich in der Regel schnell und unkompliziert in Eigenregie durchführen. Foto: FMI Fachverband Mineralwolleindustrie

Es gibt viele Gründe, in eine gute Kellerdämmung zu investieren. Denn dann dringt weder Kälte von unten nach oben in die Geschosse als auch kann das Tiefgeschoss damit als Wohnraum genutzt werden.

Die Perimeterdämmplatte „Austrotherm XPS TOP Drain“ mit Längsrillen und aufkaschiertem Vlies schützt den Keller vor eindringender Feuchtigkeit. Foto: Austrotherm

Ein guter Wärmeschutz ist für den Keller unerlässlich. Bei Neubauten kommt hierzu eine außen liegende Dämmung, die sogenannte Perimeterdämmung, zum Einsatz. Hierbei kann der Dämmstoff sowohl unter der Bodenplatte als auch an den Kelleraußenwänden verlegt werden, sodass das Kellergeschoss vollständig umgeben wird. Bei der Perimeterdämmung ist der Dämmstoff außerhalb der Gebäudeabdichtung angebracht, wodurch die Materialien durch den Kontakt mit dem Erdreich hohen Belastungen standhalten müssen. Meist verwendet man dazu Polystyrol, Schaumglas oder auch Polyurethan. Denn diese Stoffe sind sehr druck- und witterungsbeständig.

Schwieriger ist das nachträgliche Dämmen des Kellers bei Bestandsimmobilien, weil diese meist Erdarbeiten verlangen. Hier kommt besser eine Innendämmung in Betracht: Sie empfiehlt sich aber nur, wenn die Abdichtung des Kellergeschosses intakt ist. Denn auf feuchten Wänden lässt sich keine Dämmung anbringen!

U-Wert
Für Kellerdecke und -wände gilt ein maximal zulässiger U-Wert von 0,3 W/m²K, für den Kellerboden bei einer Dämmung von innen beträgt der maximal zulässige Wert 0,5 W/m²K.

Dämmsysteme für den Keller

Wer in puncto Kellerdämmung klein anfangen möchte, sollte sich als Erstes den Warmwasser- und Heizungsleitungen widmen. Denn diese fristen besonders in vielen älteren Häusern ein ungedämmtes Dasein. Ihre Dämmung ist mithilfe von vorgefertigten Rohrschalen nicht nur schnell gemacht, sondern amortisiert sich bereits nach kurzer Zeit.

Ebenfalls in Eigenleistung möglich ist die Dämmung der Kellerdecke. Sie bietet sich vor allem dann an, wenn der Keller ausschließlich für Lagerzwecke geplant ist. Hierzu sind im Handel unterschiedliche Systeme erhältlich, bei denen man Dämmstoff- oder Verbundplatten von unten an der Decke fixiert. Häufig verwendete Materialien sind etwa Mineralwolle oder Steinwolle. Daneben besteht auch die Möglichkeit, mithilfe eines Einblasverfahrens die Kellerdecke zu dämmen. Bei diesem Verfahren wird der Dämmstoff in die Hohlräume der Decke geblasen. Um dann Wärmeverlusten an den Raumecken entgegenzuwirken, empfiehlt sich zusätzlich der Einbau einer Sockeldämmung. Diese bringt man von außen an die Hauswand an. Einen Nachteil gibt es bei einer Innendämmung jedoch zu bedenken: Es geht Raumhöhe verloren. Das gilt auch für die Dämmung des Kellerbodens, wobei hier zusätzlich noch die Türen sowie der Treppensockel an die veränderte Bodenhöhe angepasst werden müssen.

Innere Kellerdämmung für Wohnzwecke

Wenn das Untergeschoss zu Wohnzwecken genutzt werden soll, empfiehlt sich eine umlaufende und lückenlose Dämmung der Außenwände. Foto: Knecht Kellerbau

Umfangreichere Dämmmaßnahmen sind schließlich erforderlich, wenn das Untergeschoss zu Wohnzwecken dienen soll. In diesem Fall ist sowohl für den Kellerboden als auch die Kellerwände eine Dämmung notwendig. Dazu stehen zwei unterschiedliche Methoden zur Wahl: zum einem eine dampfdichte sowie zum anderen eine kapillaraktive Kellerdämmung.

Bei Ersterer kommen Dampfbremsen zum Einsatz, die keine Feuchtigkeit hindurchlassen. Allerdings birgt diese Variante gerade bei unsachgemäßer Anbringung die Gefahr, dass sich Tauwasser zwischen Dämmung und Kellerwand ansammeln und dadurch Schimmel verursachen kann.

Teurer sind dagegen kapillaraktive Dämmsysteme. Sie können jedoch das Raumklima regulieren, indem sie die Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgeben. Zum Einsatz kommen hier vor allem Dämmplatten aus Mineralschaum, spezielle PUR-Platten oder Kalziumsilikatplatten in einem Klebeverfahren. Doch unabhängig davon für welches System Sie sich entscheiden: Voraussetzung für sämtliche Dämmmaßnahmen sind eine fachkundige Planung und Beratung und gerade bei einer Sanierung eine gründliche bauliche Bestandsaufnahme.


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