Zehn Schritte zum Eigenheim

Zehn Schritte zum Eigenheim
Vor dem Kauf des Wunschgrundstücks empfiehlt sich eine Baugrunduntersuchung. So erhalten Sie Aufschluss über die Bodenverhältnisse. Informieren Sie sich zudem über die Erschließungskosten und den Umfang der notwendigen Erschließungsmaßnahmen. Foto: Bauherren-Schutzbund e. V.

Ein Hausbau ist in der Regel die größte Investition des Lebens – entsprechend sorgfältig sollte er geplant sein. Wer sich gut informiert, kann viele Fehler von vornherein vermeiden. So kommen Sie in 10 Schritten zum Traumhaus:

Schritt 1: Eine solide Finanzierung

Ohne Eigenkapital geht beim Hausbau meist gar nichts. Üblicherweise erwarten Kreditgeber einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 Prozent. Kann man sein Bauvorhaben mit möglichst viel Eigenkapital unterstützen, so muss man letztlich weniger Kredit aufnehmen und kann einen höheren Tilgungssatz vereinbaren. Die Laufzeit des Kredits verkürzt sich dadurch. Doch nicht immer ist der vermeintlich günstigste Kredit auch der beste. Denn oftmals würden sich versteckte Kosten oder ungünstige Bedingungen, die an die Laufzeit geknüpft sind, verbergen. Clevere Bauherren können zudem die Zeit zur Kreditrückzahlung durch Sondertilgungen verkürzen.

Schritt 2: Der richtige Baugrund

Wer sich für den Bau eines Eigenheims entschieden hat, benötigt ein passendes Baugrundstück. Allerdings lässt sich nicht auf jedem Grundstück jeder Bauwunsch realisieren. Zunächst einmal muss es sich um baureifes Land handeln, dann folgen auch noch Auflagen des Bebauungsplans.

Bedenken Sie: Baugrundrisiko ist Bauherrenrisiko. Deshalb sollte jeder Bauherr im Vorfeld mit Nachbarn über die Bodenverhältnisse rund um das gewünschte Grundstück reden sowie, wenn möglich, vor Abschluss des Kaufvertrags eine Baugrunduntersuchung durchführen lassen. Vom Verkäufer sollte man sich über den Umfang und die Kosten der Erschließung informieren lassen.

Schritt 3: Mit Bedacht geplant

Ist das passende Grundstück gefunden, beginnt die detaillierte Planung. Die einfachste Variante ist der Kauf des Hauses von einem Bauträger. Denn dieser  kümmert sich um die komplette Planung und den Bau des Hauses. Sie bieten meist standardisierte Häuser an, die Umsetzung individueller Wünsche muss separat bezahlt werden. Die Alternative zum Bauträger ist der sogenannte Generalunternehmer. Er bietet sich vor allem dann an, wenn man bereits selbst ein Grundstück erworben hat oder den Kauf plant.

Schritt 4: Gestaltung und Ausstattung

Soll es ein Fertig- oder ein Massivhaus sein? Wie soll die Fassade aussehen und welche alternativen Energieträger können integriert werden? Auch beim Bautyp haben Bauherrn heute die Qual der Wahl, deshalb sollte man sich vorher gründlich informieren und vergleichen. Und: Diese Entscheidung sollten Architekten oder der Bauträger prüfen.

Schritt 5: Genau kalkulieren

Auf der Basis der Planungsunterlagen lassen sich die Baukosten ermitteln. Neben diesen kommen auf den Bauherrn Nebenkosten wie beispielsweise die Grunderwerbsteuer, die Notarkosten sowie die Kosten für das Grundbuchamt, Vermessungskosten, Erdarbeiten, Erschließungs- und Hausanschlusskosten zu. Diese Nebenkosten können einen erheblichen Prozentsatz der gesamten Baukosten ausmachen.

Schritt 6: Bauantrag stellen

Der Architekt, Bauträger oder Generalunternehmer stellt alle Unterlagen zusammen und reicht sie bei der örtlichen Baubehörde ein. Die Genehmigung durch das Bauamt sollte der Bauherr gemeinsam mit dem Architekten oder Bauleiter sorgfältig prüfen.

Schritt 7: Eigenleistungen überdenken

Viele Bauherren wollen die Baukosten mit dem Einsatz der eigenen Muskelkraft reduzieren. Aber: Die Erbringung von Eigenleistungen auf der Baustelle erfordert viel Zeit, ein Laie erledigt spezielle Arbeiten nicht annähernd so schnell wie die Profis. Durch Eigenleistungen könnten Bauherren unter Umständen auch Gewährleistungsansprüche verlieren.

Schritt 8: Umfassender Versicherungsschutz

Einige Versicherungen sind für Bauherren unverzichtbar, andere sinnvoll. Die Bauleistungsversicherung etwa schützt während der Bauzeit vor unvorhersehbaren Beschädigungen an Bauleistungen und Baumaterial. Die Bauherrenhaftpflicht versichert Personenschäden aufgrund mangelhafter Sicherung der Baustelle. Eine Feuerrohbauversicherung schützt das Bauvorhaben während der Bauzeit bei Brand, Blitzschlag oder Explosion. Sie ist meist prämienfrei im Rahmen einer Wohngebäudeversicherung enthalten.

Eine Bauhelfer-Unfallversicherung wiederum deckt die Risiken aller nicht gewerblich tätigen Personen auf der privaten Baustelle ab, auch die des Bauherrn und seiner Familie. Zunächst aber muss der Bauherr die Bauhelfer bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) anmelden und Beiträge entrichten.

Schritt 9: Regelmäßige Kontrolle

Während der Bauphase muss sich der Bauherr um die Qualität der Arbeiten kümmern und diese regelmäßig kontrollieren – es sei denn, das Haus wird von einem Bauträger gebaut. Mängel sollten möglichst sofort benannt und beseitigt werden. Bei Baustreitigkeiten während oder nach der Bauzeit ist es für den Bauherrn vorteilhaft, wenn er Schäden oder Mängel durch einen Hausbauexperten in Form eines Gutachtens darlegen kann.

Schritt 10: Die Bauabnahme

Laut BGB hat der Bauherr die Verpflichtung, das neue Haus nach vertragsgemäßer Herstellung abzunehmen. Geschieht dies nach Verstreichen einer vom Bauunternehmer festgelegten Frist nicht oder überweist der Bauherr die Schlussrate ohne Beanstandungen, gilt das Eigenheim dennoch als abgenommen. Man nennt dies eine fiktive Abnahme. Und das habe weitreichende Konsequenzen, etwa im Hinblick auf die vertraglich vereinbarte Gewährleistungsfrist. Mit dem Tag der Bauabnahme beginnt die Frist zu laufen.


Das könnte Sie auch noch interessieren:
Hausbau clever planen
Unser Onlineshop

Immer top informiert: Jetzt für den Newsletter anmelden